Schilddrüsenunterfunktion Überdosierung mit L-Thyroxin

simimo
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Frage gestellt am
20.06.2009 um 13:14

Hallo, bei mir wurde vor ca. 5 Jahren eine Schilddrüsenunterfunktion diagnostiziert. In der Zeit hatte ich verschiedene Medikamente eingenommen. Ich kann aber nicht sagen welche mir geholfen hatten, denn ich war stehts gereizt, schlecht drauf und ohne Libido. Die Müdigkeit wurde als kronisch bezeichnet.

Vor ca. 5 Wochen wurde ich an der SD operiert. Die linke Seite wurde rausoperiert weil sich dort kalte Knoten gebildet hatten.
Seit der Op, also ca. 4 Wochen, nehme ich L-Thyroxin 150. Davor hatte ich Novotyral 100.-

Mit dem neuen Medikament, L-Thyroxin 150 fühle ich mich überhaupt nicht gut.
Ich bin den ganzen Tag agressiv, depressiv, antriebslos, habe gar kein Libido und vorallem habe ich 4 Kg in 4 Wochen zugelegt.

Seit neuestem habe ich auch Muskelkrämpfe, Zuerst dachte ich es liegt an Magnesiummangel, dann las ich aber die nebenwirkungen aus dem Beipackzettel. Muskelkräpfe sind wohl eine der Nebenwirkungen des Medikamentes.

Erst in einer Woche habe ich ein erneuten Termin bei meinem behandelden Arzt. Und das nur weil ich gedrändgelt habe, ansonsten hiess es, soll ich erst in einem halben jahr vorbeischauen.
Ich denke, wenn man eingestellt werden soll, muss man öfters zum Arzt, oder? Und ist das Medikamnt nicht zu hoch? Überall steht man muss den Patienten langsam einstellen, angefangen mit einer geringeren Dosis.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und kann darüber berichten? Ich würde mich über jede Hilfe freuen.

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9 Antworten:

simimo
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12.07.2010 14:16

Vom Frage-Steller selbst

Hallo, ich habe seit einigen Monaten dunkle Pigmentflecken unter der Nase, oberhalb der Oberlippe.

Können diese ebenfalls von der Hormonbehandlung kommen?

Ich habe in einem anderen Forum gelesen, dass nach einer Sd Entfernung durchaus Pigmentflecken entstehen können, besonders im Gesicht.

Hat jemand eine Ahnung ob diese behandelt werden können und wie. Sollte ich ein Dermatologen konsultieren?

Eist richtig unschön.. und man fühlt sich immer angestarrt. Gut dass es Schminke gibt!!

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Benutzer gelöscht?

02.07.2009 09:37

Hallo simimo,
eine info zu Normwerten (Masseinheiten wie bei Deinem Labor) findest Du hier:
http://www.onmeda.de/krankheiten/schilddruesenunterfunktion-definition-anatomie-der-schilddruese-15230-3.html

Übersetzt heisst das: FT3 ist nun gut im Normbereich, FT4 schon an der oberen Grenze, auch der sehr niedrige TSH deutet darauf hin, dass L-Thyroxin 150 zu hoch dosiert war. Folglich hat Dein Arzt jetzt die Dosis reduziert.
Den Effekt merkst Du erst nach frühestens 1 Woche, weil das (bei Dir recht hohe) FT4 nur langsam abgebaut wird.
Wenn die Unruhe und die Überfunktionssymptome anhalten, kann vielleicht noch weiter reduziert werden, Kontrolluntersuchung nach 4-6 Wochen.
Bitte hab etwas Geduld, die Einstellung und Anpassung der für Dich richtigen Dosis kann mehrere Monate dauern.
Was der Arzt jetzt macht, ist die Feintarierung. Es wundert mich, wenn Du schreibst:
'Mein Arzt behauptet immer noch, ich hätte zu wenig Hormone.'
Tatsächlich hat er nämlich jetzt die Dosis reduziert, wie es der Laborbefund und Dein Befinden nahelegen.

Die Schilddrüsenhormone haben deutliche Wirkung auf die Psyche, das merkst Du selbst, solange Du zu hoch eingestellt bist, kann es sich so anfühlen:
Ängstlichkeit, emotionale Labilität, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, innere Unruhe, Reizbarkeit...
Aber sobald die Dosis stimmt - kannst Du wieder gelassen und voller Kraft durchstarten.
Viel Glück dazu!

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simimo
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01.07.2009 22:47

Vom Frage-Steller selbst

Hallo, ich werde heute ein Paar Daten hier einstellen. Ich erhoffe mir dass mir jemand sagen kann ob die Werte in Ordnung sind. Mein Arzt behauptet immer noch, ich hätte zu wenig Hormone.Ich allerdings fühle mich als wäre ich voller Hormonen.

Am 27.01.09 hatte ich FT3 - 2,54 pg/ml ; FT4 - 1,16 ng/dl; THS - 0,32. Daraufhin bekam ich Novothyral 100 verschrieben als tägliche Dosis.

Am 07.05.09 erfolgte die OP ( Entfernung der linken SD)danach sollte ich erstmal 2 Wochen keine Hormone mehr einnehmen.

Am 22.05.09 FT3 - 1,55 pg/ml ; FT4 - 0,53 ng/dl; THS - 4,55. ES erfolgte die Umstellung auf L-Thyroxin 150.

Nach meinen Beschwerden, hat sich der Arzt bereit erklärt das Blut erneut zu untersuchen. Die neuesten Ergebnisse sind:
Am 29.06.09 FT3 - 3,18 pg/ml ; FT4 - 1,80 ng/dl; THS - 0,21

Ab Morgen soll ich das Medikament wieder umstellen (schon das 3. Mal dieses Jahr) auf Euthyrox 137 täglich.

Hat jemand eventuell ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie wirkt sich diese häufige Umstellung des Medikamentes auf den Körper? Hat es Auswirkungen auf die Psyche?

Ich würde super gerne irgendwann zur Ruhe kommen. Möchte mein Leben verändern, einen neuen Job annehmen, usw. Kann aber nicht so lange ich mit der inneren Unruhe kämpfen muss. Wie lange kann der Zustand anhalten?
Vielen Dank euch allen simimo

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simimo
Benutzerbild von simimo
01.07.2009 22:25

Vom Frage-Steller selbst

Hallo Paula56, ich danke dir. Deine Tips sind sehr gut. ich habe auch überlegt mit Yoga anzufangen damit ich die innere Ruhe wieder finde.Liebe Grüsse auch von mir.simimo

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Paula56

26.06.2009 00:04

Hallo simimo,auch ich bin an der SD operiert,ebenfalls die linke Seite ist weg wegen kaltem Knoten.Das ist jetzt 18Monate her.Die erste Zeit nach der OP war schrecklich für mich,ich hatte eine Rekurenzparese,wahrscheinlich eine Folge der OP.Meine Stimme war nur noch Schrott,war dadurch lange krank,hab dann gott sei Dank eine Reha bekommen.Die ganzen Blutuntersuchungen nach der OP waren immer im grünen Bereich und ich brauchte keine Hormone(L-Thyroxin)zu nehmen.Die Abstände beim SD-Facharzt waren meiner Meinung sehr lang,aber ich habe dem immer vertraut.Ich hab nach der OP Depressionen vom feinsten bekommen und bin ein Jahr daran behandelt worden.Jetzt ist wieder alles im Lot,denn durch die Entfernung der SD ist ja der Hormonhaushalt doch relativ gestört bzw.verändert.Nach der letzten Untersuchung im Feb.diesen Jahres stellte man eine Unterfunktion fest(es hatte sich im laufe der Zeit Hashimoto entwickelt),ich muss daher seit März L-T....nehmen.Ich nehme z.zt 50mg als anfangsdosis.Mir ging es die ersten Wochen total besch......,war darüber sehr unglücklich weil nichts besser wurde,eher von der Stimmungslage schlechter.Ständig schlimmere Hitzewallungen als vorher,gewichtszunahme(ich nasche aber auch gerne,darum liegt es nicht nur am Medikament),schlechte Stimmungslage,immer leicht gereizt als wenn man im KÄFIG LÄUFT.Meine Freundin in der Schweiz hat mir in dieser Zeit immer Mut gemacht durchzuhalten,denn der Körper braucht eine längere Zeit sich an das Mittel zu gewöhnen.Ich sollte das Medikament mit"Freude"nehmen.Erst hab ich ja darüber gelacht,aber es ist was dran.Zusätzlich nehme ich aber auch gut dosierte Vitamine(von A-Z).Also lange Rede kuzer Sinn:Die Psyche spielt wirklich eine ganz entscheidende Rolle wenn man an der SD erkrankt ist.Ist man bereit daran zu arbeiten,zb.Autogenes Training,Entspannungsübungen etc.geht es einem nach einiger Zeit wirklich besser.Ich würde auf keinen Fall einfach die Tabletten absetzen,höchstens die Dosis verringern,aber das vorher mit dem Arzt absprechen.
Denn der Körper muss ja sonst wieder bei null anfangen,gerade wenn keine ausreichende Hormonmengen mehr von der SD produziert werden.Ich glaube dein Körper ist noch nicht bereit,den Zustand den man nach einer SD-OP hat zu akzeptiern.Aber das wird, glaub es mir.Mir geht es von Woche zu Woche besser und das will was heissen.Liebe Grüsse Paula56

























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simimo
Benutzerbild von simimo
22.06.2009 21:04

Vom Frage-Steller selbst

Vielen Dank euch allen. Ich werde einfach die nächste Untersuchung abwarten und mich dann wieder mal melden.
Gestern und heute habe ich die tabletten abgesetzt und siehe da ich war die ganzen 2 tagen ganz ruhig und gelassen. Kein bisschen nervös und agressiv. Der Arzt wird bestimmt sagen, es liegt nur an meiner Psyche. Abwarten. Schöne Woche noch. simona

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CamillaT

21.06.2009 18:03

Hallo simimo,
ich selbst nehme seit einigen Monaten Euthyrox 150 mg (selbe substanz wie L-Thyroxin) und hatte zu Anfang auch Gewichtszunahme zu verzeichnen. Da ich von Natur aus schon sehr schnell zunehme, habe ich gleich die Essbremse in Form einer Trenndiät gezogen.
Die künstlichen Schilddrüsenhormone wirken wohl doch anders als die natürlichen, ausserdem wird durch das Medikament nur T4 substituiert. Mir wurde erklärt, die Schilddrüse braucht etwa 6 bis 8 Wochen, um sich auf die veränderte Situation einzustellen, vorher kann man noch gar nichts sagen. 6 Monate erscheinen mir aber auch übertrieben lange für eine Kontrolle. Warum kannst du Novothyral in höherer Dosierung nicht weiternehmen, wenn du es vertragen hast?? Gewicht, Aggressivität und Stimmung pendeln sich normalerweise nach 2 Monaten wieder ein. Wünsche dir alles Gute und dass es dir schnell wieder besser geht.

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Benutzer gelöscht?

20.06.2009 23:57

Leider habe ich 2004, als die UF bei mir festgestellt wurde (ich hatte sie wahrsch. schon viele Jahre lang) die erfahrung maachen müssen, dass sich sehr wenige Ärzte, mein damaliger HA ist Internist, mit Schilddrüsenerkrankungen auskennen. Das liegt daran, dass der prozentuale Anteil der SD-Patienten sehr gering ist.
Er hatte mir damals am Anfang der Therapie eine viel zu hohe Dosis verordnet L-Thyroxin 100. Man konnte auch nicht mit ihm über das Thema reden. Ich hatte ein Buch zum Thema gelesen und habe mich dann selbst therapiert. Ich habe die Dosis erst mal halbiert und mir dann eine andere HÄ gesucht, sie hat mir auch auf meinen Wunsch Selen verornet, die in ab und zu nehme.
Jetzt geht es mir sehr gut.
Viele Grüße
Lolli

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Benutzer gelöscht?

20.06.2009 21:27

Hallo, Simimo!
Mit den Schilddrüsenpräparaten ist das so eine Sache. Ich habe selbst das Gefühl, der Körper gewöhnt sich an eine "Sorte" ...
Bin selbst vor 12 Jahren an der Schilddrüse operiert worden nach jahrelanger Überfunktion. Danach bin ich auf L-Thyroxin eingestellt worden, allerdings ganz langsam! Die erste Tablette 100-er bekam ich drei Tage nach der OP, die Einstellung auf die endgültige Stärke von 175, die ich auch heute noch habe, dauerte knapp 6 Monate! Also achte darauf, langsam!
Und noch etwas: nicht das Präparat wechseln! Der Körper gewöhnt sich anscheinend an eine bestimmte Sorte, anscheinend sind die doch alle irgendwie anders.
Bei Dir ist es das L-Thyroxin, das Probleme bereitet, weil Du etwas anderes hattest. Bei mir ist es umgekehrt: ich hatte immer L-Thyroxin und bekam zweimal zwischendurch ein anderes, weil meine Krankenkasse, die Barmer, diese sogenannten Rabattverträge geschlossen hat und die in der Apotheke mir das L-Thyroxin deshalb nicht mehr geben durften. Also, ich habe mit den anderen massiv Probleme gehabt, fühlte mich einfach "zum Wegwerfen". Jetzt mache ich es anders: ich lasse mir das L-Thyroxin auf Privatrezept verordnen und zahle es selbst. So teuer ist es zum Glück nicht. Und habe keine Probleme mehr ...
Hoffe, ich konnte Dir helfen - ansonsten frage einfach noch einmal nach ...

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