Wie ist eure Meinung dazu?
Frage gestellt am
17.06.2010 um 18:59
- Medikament: Trittico Krankheit: Einschlafhilfe
- Medikament: Cipralex
Hallo,
also ich bin gerade mal 20 Jahre alt und habe im Grunde schon seit ich denken kann kleinere und größere psychische Probleme.
Seit ca 4 Monaten bin ich nun in therapeutischer Behandlung und nehme seit Dez. 09 täglich 50 mg Trittico und seit 2 Monaten, weil keine Wirkung eintrat, 100 mg Trittico + 10 mg Cipralex.
Die vermehrte Einnahme von Anti Depressiva hat mir zwar schlagartig und ohne Nebenwirkungen geholfen, doch nach ein paar Wochen wurden meine ohnehin schon zittrigen Hände immer unruhiger, ich schwitze viel und als ich letzte Woche 3x hintereinander auf Cipralex vergessen hatte und das Zittern weniger wurde ... beschloss ich, das Medikament abzusetzen und gleich mal mit meiner Ärztin zu reden.
Nun, wie ihr seht ist mein Zugang dazu schon ein wenig naiv, da man Anti Depressiva nicht einfach so absetzen soll ... was ich jetzt ob nicht unerheblicher Nebenwirkungen auch weiß.
Warum ich mich jetzt an dieses Forum hier wende ist schnell erklärt, ich bin zwar in Therapie und das Verhältnis zur Therapeutin passt auch sehr gut. Doch ansonsten hab ich noch nie mit wem über meine Probleme gesprochen (bis auf den Arzt der mir die Tabletten verschreibt) und kann mich generell im persönlichen Gespräch nie so ganz öffnen - hätte trotzdem aber gerne die Meinungen/Erfahrungsberichte oder Ratschläge anderer Leute.
Der Grund für meine Probleme ist, dass ich seit ich klein bin eine Art worst case Szenario von allem möglichen erstelle und dies dann auf mich übertrage.
Die 2 heftigsten Beispiele sind:
+) sexuelle Probleme: wie vermutlich alle Jugendlichen in/vor/nach der Pubertät macht man sich über dieses Thema viele Gedanken. Ich habs mir anscheinend zum Hobby gemacht, alle Banalitäten (teils auch aus Filmen ^^) auf mich zu übertragen und da starke Ängste zu entwickeln. Im Großen und Ganzen hat das dann auch dazu geführt, dass ich bis jetzt praktisch noch keine sexuellen Erfahrungen hatte, und wenn, dann unglückliche die die Probleme nur noch verstärkt haben. Hier eine kleine Chronologie:
-) zu frühe Ejakulation: hab ich in irgendeinem Film gesehen und hat mein Denken Monate lange beherrscht (jaja ich weiß .. ^^)
-) Angst vor Homosexualität: das könnte doch auch "scheiße" sein, und das obwohl ich keinerlei Vorurteile oder sonstwas in dieser Richtung habe. Trotzdem hat diese "Angst" mein Denken für lange Zeit beherrscht. Aber irgendwie ist das auch wieder abgeklungen weil es halt einfach nicht zutrifft und mein Verstand das auch mal akzeptiert hat ^^
-) Angst vor mangelnden Gefühlen: Eins meiner ultimativen worst case Szenarien, entnommen aus dem STS Song "kalt und immer kälter" - ich hatte Panik davor, nichts mehr für Menschen empfinden zu können und das auch jahrelang geschafft.
-) Errektionsstörung: das ist in zwischen die absolute Nr. 1 und beherrscht aktuell meine Gedanken. Und man kann sich vermutlich auch als in dieser Hinsicht gesunder Mensch vorstellen, dass sexuelle Kontakte schwierig sind, wenn man vor der Begegnung und auch während der Begegnung an nichts anderes denkt, als dass man keine Erektion "zusammenbekommt". Das ist denn auch 2-3x passiert, und da es keine entgegengesetzten Erfahrungen gegeben hat kann ich diese Angst leider immer noch nicht aus meiner Toplist streichen.
+) Verlust des Gedächtnisses/Verstandes:
Irgendwann hab ich mal eine Dokumentation über Alzheimer gesehen und beschlossen, das zu meiner persönlichen Horrorkrankheit zu erwählen und seitdem achte ich penibelst auf alle Dinge die ich vergesse. Jo und selbstverständlich komm ich da zu einem vernichtenden Ergebnis und je länger das geht, desto schlimmer wird es auch. (hab ich seit 4-5 Jahren)
Das waren die 2 wichtigsten Bereiche die mich so im täglichen Leben einschränken und bei denen ich vor allem das Gefühl habe, dass sie jederzeit Überhand nehmen könnten und .. kA was dann passieren kann.
Veränderung seit der psychiatrischen Behandlung:
Ich bin durch einen Zufall, vermutlich wollte ich das auch irgendwie innerlich, zu einem Spezialisten gekommen (Untersuchen wegen anhaltender Schwindelanfälle) und da hab ich mich dann im Gespräch auch das erste Mal öffnen können.
Ich bekam da den Tipp zur Studentenberatung zu gehen und erstmals 50 mg Trittico zum besseren Einschlafen verschrieben.
Das Trittico hat eigtl überhaupt nicht geholfen und dass ich mich endlich mal traue, zur Beratung zu gehen, hat auch Monate gedauert.
Als ich dann dort war, war es eine große Erleichterung und es hat bisher auch schon ziemlich viel geholfen. Vor allem das Bekämpfen akut auftretender Zweifel und Ängste funktioniert besser, und in Kombination mit der verstärkten Medikation ist auch mein Selbstbewusstsein um einiges gestiegen, leider auch ein wenig das Desinteresse ... aber ohne das kann man diese Probleme vermutlich nicht bekämpfen.
Da ich aber bei der Therapie auch teils noch sehr gehemmt bin (es fällt sogar in der Anonymität des Internets schwer darüber zu reden) bin würde ich gerne wissen, was ihr davon haltet und ob ihr solche Probleme kennt bzw wie ihr damit umgehen würdet oder ob ihr Tipps habt.
Die 2. Sache ist die mit meinem Tabletten verschreibenden Arzt:
Was mich sehr gestört hat, ist dass ich praktisch nicht informiert wurde, wie diese Tablette wirken und welche Nebenwirkungen und Abhängigkeitserscheinungen diese verursachen können. Natürlich sollte / müsste man sich da selbst auch mehr informieren, ich hab auch im Internet kurz recherchiert darüber, nichtsdestotrotz hätte ich mir da shcon ein Minimum an Aufklärung gewünscht.
Cipralex hab ich vor allem zur Antriebssteigerung bekommen und das scheint mir doch ein stärkeres Medikament zu sein ....
Naja, danke für eure Aufmerksamkeit und wäre schon wenn sich wer die Zeit nehmen würde zu antworten...
Lg
Patientendaten
Geschlecht: männlich
Gewicht: 68,0 kg
Größe: 175,0 cm