Mirtazapin hat meinen Schlaf kaputt gemacht - Hilfe!
- Medikament: Mirtazapin Krankheit: Schlafstörungen
Hallo, ich habe Mirtazapin aufgrund einer Stresssituation seit August in niedriger Dosis zum Schlafen genommen (7,5 mg). Jahrelang hat Mirtazapin bei mir als Bedarfsmedikation funktioniert und hat mich immer gut schlafen lassen, wenn ich mal wieder nächtelang wach lag. Das Problem: Diesmal hielt der Stress an und ich habe Mirtazapin auch im September noch regelmäßig genommen. Etwa zwei Monate nach der Einnahme habe ich plötzlich gemerkt, dass ich ohne das Medikament nicht mehr schlafen konnte. Absetzversuche sind seither gescheitert und ich schlafe pro Woche oft nur noch zwei bis drei Nächte. Seit Oktober hat dann nicht mal mehr das Mirtazapin geholfen und ich bin seither ziemlich verzweifelt. Gemeinsam mit Melperon (5mg) wirkt Mirtazapin (7,5 mg) aktuell wieder. Ausschleichen habe ich schon probiert und war bereits bei 0 mg Mirtazapin und 6 m Melperon, doch dann kamen die Schlafprobleme wieder und ich musste wieder mehr nehmen.
Ich hatte vor der Medikamenteneinnahme einen ganz normalen Schlaf und hatte lediglich zeitweise stressbezogene Schlafstörungen. Der Schlaf hatte sich immer wieder auf natürliche Weise eingerenkt - diesmal allerdings auch nach 5 Monaten nicht. Ärzte sagen alle, Mirtazapin und Melperon seien unbedenklich und würden nicht körperlich abhängig machen. Leider schlafe ich trotzdem Monate lang fast gar nicht, seit ich Mirtazapin genommen habe, und meine Lebensqualität ist massiv eingeschränkt.
Ich habe jetzt zwei Optionen: 1. Ich verzichte ab sofort auf alle Medikamente. Das würde wohl bedeuten, dass ich erstmal viele Wochen lang so gut wie gar nicht mehr schlafe. Ich würde aber hoffen, dass mein Körper dann irgendwann wieder selber die Stoffe produziert, die er zum Schlafen braucht. Ich habe panische Angst vor den Tabletten und nehme sie nur, weil ich sonst gar nicht mehr schlafen kann.
2. Ich nehme die Menge ein, die hilft und vertrage den Entzug wieder.
Ich bin der Meinung, dass die Mediziner über dieses Medikament leider Fehlinformationen verbreiten. Es stimmt nicht, dass das Medikament nicht abhängig macht. Ich habe wirklich höllische Schlafstörungen, seit ich Mirtazapin genommen habe. Ich kenne so etwas in diesem Ausmaß nicht von mir und bin überzeugt, dass es dafür einen richtigen Entzug in einer Klinik bräuchte. Wieso wird dieses Medikament in so großen Packungen (100 Tabletten) ausgegeben, während etwa Zolpidem extra nur in 10er-Packungen gegeben wird? Wie soll ein Patient erkennen, dass Mirtazapin gefährlich ist? Das Medikament hat mein komplettes Leben zerstört. Ich war davor eine normale, junge Frau mit Zukunftsplänen. Weil ich nicht mehr schlafe und Medikamente nehme, habe ich gerade noch kaum Hoffnung - obwohl ich davor nie depressiv war. Ich wollte eigentlich in den kommenden Jahren eine Familie gründen und monatelang Tabletten zu nehmen war nie mein Plan.
Ich bin verzweifelt und denke, ich müsste eigentlich in eine richtige Entzugsklinik. Leider gibt es sowas für Mirtazapin nur in Amerika - hierzulande sind die schlimmen Entzugserscheinungen dieses Medikaments weniger bekannt. Wenn jemand Mirtazapin gegen Depressionen in höherer Dosierung nimmt, mag es möglicherweise anders wirken. In niedriger Dosis bei Schlafstörungen sollte man es allerdings niemals länger als zur Kurzzeitbehandlung nehmen - leider ist es bei mir jetzt zu spät.
Patientendaten
Geschlecht: weiblich
Gewicht: 66,5 kg
Größe: 169,0 cm