Mirtazapin hat meinen Schlaf kaputt gemacht - Hilfe!

Luna_93

Frage gestellt am
27.12.2024 um 09:33

Hallo, ich habe Mirtazapin aufgrund einer Stresssituation seit August in niedriger Dosis zum Schlafen genommen (7,5 mg). Jahrelang hat Mirtazapin bei mir als Bedarfsmedikation funktioniert und hat mich immer gut schlafen lassen, wenn ich mal wieder nächtelang wach lag. Das Problem: Diesmal hielt der Stress an und ich habe Mirtazapin auch im September noch regelmäßig genommen. Etwa zwei Monate nach der Einnahme habe ich plötzlich gemerkt, dass ich ohne das Medikament nicht mehr schlafen konnte. Absetzversuche sind seither gescheitert und ich schlafe pro Woche oft nur noch zwei bis drei Nächte. Seit Oktober hat dann nicht mal mehr das Mirtazapin geholfen und ich bin seither ziemlich verzweifelt. Gemeinsam mit Melperon (5mg) wirkt Mirtazapin (7,5 mg) aktuell wieder. Ausschleichen habe ich schon probiert und war bereits bei 0 mg Mirtazapin und 6 m Melperon, doch dann kamen die Schlafprobleme wieder und ich musste wieder mehr nehmen.
Ich hatte vor der Medikamenteneinnahme einen ganz normalen Schlaf und hatte lediglich zeitweise stressbezogene Schlafstörungen. Der Schlaf hatte sich immer wieder auf natürliche Weise eingerenkt - diesmal allerdings auch nach 5 Monaten nicht. Ärzte sagen alle, Mirtazapin und Melperon seien unbedenklich und würden nicht körperlich abhängig machen. Leider schlafe ich trotzdem Monate lang fast gar nicht, seit ich Mirtazapin genommen habe, und meine Lebensqualität ist massiv eingeschränkt.
Ich habe jetzt zwei Optionen: 1. Ich verzichte ab sofort auf alle Medikamente. Das würde wohl bedeuten, dass ich erstmal viele Wochen lang so gut wie gar nicht mehr schlafe. Ich würde aber hoffen, dass mein Körper dann irgendwann wieder selber die Stoffe produziert, die er zum Schlafen braucht. Ich habe panische Angst vor den Tabletten und nehme sie nur, weil ich sonst gar nicht mehr schlafen kann.
2. Ich nehme die Menge ein, die hilft und vertrage den Entzug wieder.

Ich bin der Meinung, dass die Mediziner über dieses Medikament leider Fehlinformationen verbreiten. Es stimmt nicht, dass das Medikament nicht abhängig macht. Ich habe wirklich höllische Schlafstörungen, seit ich Mirtazapin genommen habe. Ich kenne so etwas in diesem Ausmaß nicht von mir und bin überzeugt, dass es dafür einen richtigen Entzug in einer Klinik bräuchte. Wieso wird dieses Medikament in so großen Packungen (100 Tabletten) ausgegeben, während etwa Zolpidem extra nur in 10er-Packungen gegeben wird? Wie soll ein Patient erkennen, dass Mirtazapin gefährlich ist? Das Medikament hat mein komplettes Leben zerstört. Ich war davor eine normale, junge Frau mit Zukunftsplänen. Weil ich nicht mehr schlafe und Medikamente nehme, habe ich gerade noch kaum Hoffnung - obwohl ich davor nie depressiv war. Ich wollte eigentlich in den kommenden Jahren eine Familie gründen und monatelang Tabletten zu nehmen war nie mein Plan.
Ich bin verzweifelt und denke, ich müsste eigentlich in eine richtige Entzugsklinik. Leider gibt es sowas für Mirtazapin nur in Amerika - hierzulande sind die schlimmen Entzugserscheinungen dieses Medikaments weniger bekannt. Wenn jemand Mirtazapin gegen Depressionen in höherer Dosierung nimmt, mag es möglicherweise anders wirken. In niedriger Dosis bei Schlafstörungen sollte man es allerdings niemals länger als zur Kurzzeitbehandlung nehmen - leider ist es bei mir jetzt zu spät.

Patientendaten

Geburtsjahr: 1993 (31 Jahre)
Geschlecht: weiblich
Gewicht: 66,5 kg
Größe: 169,0 cm
Eingetragen durch: Patient
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3 Antworten:

Anonymer Benutzer

31.05.2025 07:53

Liebe Luna,
probiere mal Yoga, Osteopathie oder craniosacrale Therapie aus, das könnte dir gut tun. Manche Leute nehmen auch Melatonin abends.
Die könntest dich auch an einem Heilpraktiker wenden, um an den Ursachen zu arbeiten. Tabletten sind nie eine langfristige Lösung.
LG Sandra

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Benutzer gelöscht?

29.12.2024 12:51

Hallo Luna,

vielleicht hast du bereits gehört, dass nach einer Therapie mit einem Antidepressivum oft eine Erhaltungsphase gemacht wird. Wenn Du deine aktuelle Medikation nicht mehr willst, kann Dir Dein Arzt dafür bestimmt ein alternatives Medikament anbieten. Es gibt ja auch weniger stark wirkende Antidepressiva, die beim Schlafen helfen. Zum Beispiel kannst Du nach Opipramol oder Valdoxan fragen. Bei jedem Medikament muss Dein Arzt unterschiedliche Feinheiten berücksichtigen. Wenn Du starke Angst vor Medikamenten hast und eine Schwangerschaft planen möchtest, macht das die Sache komplizierter, sodass Du Dich von einem Facharzt beraten lassen solltest, und versuchen solltest, zu einem Kompromiss zu gelangen. Vielleicht solltest du mit Deinem Arzt oder in einer Klinik nach einem Medikament suchen, mit dem es es Dir auch tagsüber gut geht und dass Du gegebenenfalls mehrere Monate oder wenige Jahre lang einnehmen möchtest. Die Suche nach alternativen Lösungsstrategien solltest Du nicht vernachlässigen, zum Beispiel Yoga oder Aquarelle malen. Diesbezüglich kann ich in Deinem Text nur wenig finden. Eine langfristige, gute Lösung für deine Schlafprobleme wäre auch wichtig, damit nicht über die Jahre zum Beispiel eine Alkoholabhängigkeit oder eine andere Folgeerkrankung des Schlafmangels bei Dir entstehen. Lasse Dir bitte weiterhin dagegen helfen!

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ich wills wis…
Benutzerbild von ich wills wissen
27.12.2024 15:07

Du solltest mit Deinem Arzt dringend reden!

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