Mirtazapin als Einschlafmittel - kann nach monatelanger Einnahme überhaupt nicht mehr schlafen - Hilfe.

Anonymer Benutzer
Frage gestellt am
16.11.2024 um 13:12

Ich habe jetzt 3,5 Monate regelmäßig Mirtazapin als Einschlafmittel eingenommen (zuerst 7,5 mg, dann 15 mg, dann wieder 7,5 mg). Grund war massiver Stress in der Arbeit. Seit 2 Monaten ist es mit meinem Schlaf steil bergab gegangen. Zuerst schlief ich nur noch mit Mirtazapin, dann auch mit Mirtazapin nicht mehr. Jetzt habe ich panische Angst vor jeder Nacht und habe Sorge, dass das Medikament meinen Schlaf komplett kaputt gemacht hat. Ich schlafe seit 1,5 Monaten so gut wie gar nicht mehr, nur einzelne Nächte. Habe in den vergangenen Wochen etwa drei mal Zolpidem genommen, einmal Lorazepam und zweimal Melperon (da Mirtazapin nicht mehr half). Melperon half, ich finde es aber kein optimales Medikament, da es eigentlich zum Ruhigstellen für alte Leute verwendet wird. Zolpidem half letztes mal nicht mehr. Lorazepam half nicht. Ich möchte von keinen Tabletten abhängig sein. Es hieß, Mirtazapin macht nicht abhängig, deshalb habe ich es ohne Bedenken so lange genommen. Ich bin wirklich verzweifelt inzwischen. Ich habe einfach das Gefühl, ich brauche etwas Chemisches, was mich ruhigstellt, zum Einschlafen. Wie komme ich von den Medikamenten wieder weg? Wie kann es sein, dass Ärzte so ein Medikament einfach in großen Packungen ausgeben, ohne den Hinweis, dass es für Schlafstörungen vielleicht lieber nicht so lange eingenommen werden sollte, da es nicht mal dafür zugelassen ist? Ich habe das Medikament vor Jahren von einer Psychologin empfohlen bekommen und als Bedarfsmedikation halte ich es auch für sehr geeignet. Aber länger als 2-3 Wochen würde ich es niemals mehr nehmen. Wie finde ich zurück in ein normales Leben ohne Medikamente? Die massive Schlaflosigkeit belastet mich auf massivste Art und Weise.

Patientendaten

Geburtsjahr: 1993 (31 Jahre)
Geschlecht: weiblich
Gewicht: 66,5 kg
Größe: 169,0 cm
Eingetragen durch: Patient
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2 Antworten:

Karina66

27.11.2024 11:00

Liebe Sanego Nutzerin,

Hier ist ein sehr gutes Selbsthilfeforum:

https://psyab.net/index.php

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Linda K.
Benutzerbild von Linda K.
16.11.2024 19:40

Liebe Sanego-Nutzerin,
es tut mir leid, wie belastend die Situation für Dich ist. Bei längerer Einnahme von Mirtazapin lässt die beruhigende Wirkung oft nach. Höhere Dosen werden dann nötig, um den gleichen Effekt zu erzielen. Das erklärt, warum es nach einigen Monaten nicht mehr so gut wirkt und die Schlafprobleme zurückkehren. Mirtazapin führt zwar nicht zu körperlicher Abhängigkeit, kann aber eine psychische Gewöhnung verursachen. Du entwickelst das Gefühl, ohne das Medikament nicht schlafen zu können. Dies verstärkt Ängste vor dem Einschlafen und erschwert den Schlaf ohne das Medikament.
Auch wenn es jetzt schwer vorstellbar ist: Dein Schlafrhythmus kann sich wieder regulieren! Sprich offen mit einem erfahrenen Arzt oder einer erfahrenen Ärztin über Deine Schlafstörungen. Der erste Schritt ist, einen individuellen Plan zu erstellen. So kannst Du die Medikamente behutsam absetzen und alternative Ansätze für den Schlaf finden.
Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute. 
Linda
Apothekerin und freie medizinische Redakteurin

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