Erhöhung Sertralin von 100mg auf 150mg

Janett80

Frage gestellt am
28.10.2019 um 15:10

Hallo.....
Ich bin völlig hilflos :-)
Seit September 2012 nehme ich aufgrund eines Burnouts Sertralin 100mg.Seit dem 30.08.2019 wurde meine Medikation erhöht.....,Konflikte in der Familie und Verlust des Haustieres, sowie wieder wegen Panikattacken.
Ich weiß nicht ob es die Nebenwirkungen sind die mich nicht besser fühlen lassen oder es einfach nicht ausreicht an Medikation.So fühle ich mich nicht mehr antrieblso, jedoch macht mir diese benommene Gefühl im Kopf, Schwindel, nächtlicher Harndrang sowie Durchschlafstörung sehr zu schaffen.
Gibt es hier jemanden dem es genauso ergeht ?

Patientendaten

Geburtsjahr: 1980 (39 Jahre)
Geschlecht: weiblich
Eingetragen durch: Patient
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6 Antworten:

Benutzer gelöscht?

19.12.2019 12:45

Hallo Cherry, ich habe von Sertralin auf ein Außenseiter-AD gewechselt und muss sagen, dass ich wenig Absetzerscheinungen hatte. Allerdings darf man dabei nicht vergessen, dass ich mit einem weiteren beruhigenden Medikament eventuell "abgepuffert" war. Das Sertralin hat mich ja massiv agitiert sein lassen (also nicht "hundemüde"), ich habe also anders reagiert als Du.
Meines Wissens ist das Phänomen des "Zaps" - also kleiner stromstoßartiger Impulse, die man im Körper spürt, eine häufige Nebenwirkungen - ich kenne diesen Effekt und fand ihn vernachlässigbar.
Da aber (wie wir ja schon sehen) jeder anders reagiert, würde ich Sertralin jetzt nicht ersatzlos weglassen. Wenn Du auf 100mg warst und wirklich weg willst von dem Medikament, kannst Du versuchen mit Deinem Arzt zu reden (wenn Du gesetzlich versichert bist, könntest Du dabei ein Terminproblem bekommen *lächel*) oder in kleinen Schritten ausspiegeln. Also 75mg zwei Wochen, dann 50mg - letztlich trägst Du die Verantwortung für Dich selber. Ob Du dann wieder in eine Depression rutschst..?
Im Idealfall würde ich jetzt ja sagen, besprich das mit Deinem Arzt, vielleicht hast Du ja sogar einen, der Dich zügig drannimmt - leider ist die psychiatrische Versorgung in allen Fällen, die ich kenne, sogar bei Privatpatienten, so, dass Termine Mangelware sind und regelrecht erbettelt werden müssen. Ich drück' die Daumen!

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Cherry1303

19.12.2019 03:29

Ich nehme jetzt seit Oktober 2015 (also 4 Jahre) Sertralin 50mg ein und war immer schon mal am überlegen es abzusetzen.
Jetzt habe ich es seit ca 3-4 Tage vergessen es zu nehmen und es geht mir das erste Mal recht gut (sonst hatte ich immer massive Kreislaufprobleme und konnte mich stellenweise kaum auf den Beinen halten...)
Ich sollte Sertralin in der Schwangerschaft weiter nehmen. Es wurde gesagt eine gut eingestellte Schwangere ist besser als die Entzugserscheinungen in der Schwangerschaft durchzumachen.
Nun bin ich, seit ca einem Jahr voll in eine Depression gefallen und mir wurde die Dosis vom Sertralin auf 100mg erhöht...
Die Depression fing 1 Jahr nach der Schwangerschaft und mit meinem beruflichen Wiedereonstieg an. Zusätzlich kam noch, absolute Überforderung von meinem Partner mit der Situation und viele Streitereien zwischen mir und ihm.
Ich in ein schlimmes Tief geraten, Nächte wach tagsüber als der kleine in der Kita war geschlafen, mich in jeglicher Form gehen lassen (essen, duschen, Termine einhalten... Nichts...) die neue Arbeit war so besch... das ich seit April 2019 bis Oktober 2019 krankgeschrieben war und die Befristung ausgelaufen ist...
Mein Glück! Seit dem 1.12.2019 habe ich eine neue Arbeitsstelle und bin mehr als happy...
Nun habe ich ja mein Sertralin vergessen zu nehmen und wollte mich über die Absatzsymptome belesen und bin dadurch auf euer Homepage gestoßen...


Ich muss auch leider sagen das es mir, seit ca 1 Jahr, mit der Dosis von 50mg und jetzt mit 100mg, nicht mehr so gut...
Zittern der Hände, müde ohne Ende und nachts hellwach, Gleichgültigkeit und Verluste der Gefühle!
Die Symptome habe ich gar nicht auf das Sertralin bezogen und jetzt gerade hier erst gelesen das es anderen auch so geht... Ich habe es irgendwie nie hinterfragt...

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Benutzer gelöscht?

02.12.2019 23:08

Sertralin ist sehr potent, ich habe fast alle SSRI ausprobiert und das SNRI Sertralin war subjektiv das wirksamste, aber auch nebenwirkungsreichste Medikament. Man muss leider sagen, dass es Abwägungsfrage ist. Mein Vater wünscht sich auch immer Heilung ohne irgendwelche Nebenaspekte. Geht meiner Ansicht nach nicht. Selbst heute, nur mit Beruhigungsmitteln, habe ich z.B. so starke Mundtrockenheit, dass ich abends eine Stunde lang Pastillen lutschen muss. Diese Medikamente helfen, aber sie fordern auch ihren Preis. Zu sen Sehstörungen kann ich sagen: ja, auch das passiert - ich habe in der Zeit mehrfach meine Sehschärfe gewechselt und mehrfach neue Kontaktlinsen anpassen lassen müssen. Sertralin ist ein wirksames AD, aber es macht eben richtig viel mit einem.

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Koza

02.12.2019 22:06

Hi! Mir geht's auch so, was das benommene Gefühl und vor allem den Schwindel angeht... Seit ich sertralin nehme habe ich diesen Schwindel und Sehstörungen (verschwommenes sehen) nehme Sertralin 50mg aber auch erst seit 3 Wochen vielleicht legt sich das mit den Nebenwirkungen. Ich hoffe.. . Schlafen kann ich allerdings sehr gut. Wie ist das bei dir mit dem Schwindel? Hast du den ständig? Wie lange hast du den schon? Lg

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Benutzer gelöscht?

31.10.2019 06:32

Ich habe selbst einige Jahre Sertralin genommen, welches ja als SNRI gegenüber den meisten Antidepressiva eine Sonderstellung hat (die SSRI dürften Standard sein). Es hat mich in der sehr hohen Dosierung (über das Maß der Patienteninfo hinaus, ich verstoffwechsele schnell) mit einem sehr hohen Antrieb versehen - ich gehe sogar so weit, dass es das einzige AD war, bei dem ich je eine spürbare Wirkung erlebt habe. Andererseits war es auch dasjenige AD, das (bei mir) die meisten Nebenwirkungen hatte: ich habe sehr oft das Gefühl von unkontrolliert drängendem Harn gehabt (dass das Urin quasi unkontrolliert aufsteigt) und sogar 2 oder 3 mal nachts eingenässt. Diese NW wird ja beschrieben und ich kannte eine Patientin, die unter Sertralin sogar zur regelmäßigen Bettnässerin wurde. Das Schlimmste war aber ein Hang zur Nervosität, der sich darin äußerte, dass ich ständig von innen an der Unterlippe saugte und knabberte, bis dort ein Kieferchirurg tatsächlich auch Auffälligkeiten beseitigen musste. Obendrein habe ich mir einen Fingernagel ständig angerissen, bis er quasi halbseitig komplett bis zum Nagelbett weg war - was schmerzhaft war und den Nagel bis heute geschädigt hat. Ich habe das Medikament um 2013 herum gegen ein anderes AD getauscht, das (und das gilt sicher nur für mich und lässt sich nicht verallgemeinern) letztlich keine guten, aber eben auch keine schlechten Wirkungen hatte. Usw. Seitdem viele Versuche und jetzt auf einer anderen Wirkstoffgruppe; das aktuelle Medikament glättet alles ein wenig, ohne "toll" oder "mies" zu sein.
Ich halte es für sehr denkbar, dass auch ein SSRI/SNRI nach vielen Jahren der Einnahme zu einer gewissen Gewöhnung führt und damit zur Notwendigkeit der Dosissteigerung. Wenn die Nebenwirkungen zu schlimm werden, würde ich allerdings auch einen Versuch starten, mit dem Arzt zusammen ein anderes und wirksames Medikament zu finden. Ich finde die geschilderten Symptome schon bedeutsam, wenn sie auf lange Sicht auftreten (Durchschlafstörungen etc.)

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ich wills wis…
Benutzerbild von ich wills wissen
28.10.2019 23:49

Es könnte sein, das dieses Medikament bei Dir nicht mehr wirkt, spreche Deinen Arzt darauf an und bitte diesen, ein anderes Medikament zu verschreiben.

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Weitere Fragen zu

Medikamenten:   Sertralin
Krankheiten:   Depression
Themen:   Psychiatrische Erkrankungen

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