Mirtazapin - sehr starke Nebenwirkungen bereits bei 7,5mg - Alternativen?

Anonymer Benutzer
Frage gestellt am
04.11.2018 um 12:22

Guten Tag,
ich leide seit einigen Jahren unter Depressionen. Irgendwie habe ich es immer wieder überstanden und mich so von Tief zu Tief gekämpft. Da ich seit 4 Wochen mit meinen Nerven am Ende bin und der Zustand sich leider verschlechtert hat, habe ich ärztliche Hilfe gesucht und das Medikament Mirtazapin verschrieben bekommen. Mir wurde empfohlen zunächst 7,5mg zu probieren, um zu sehen, ob ich das Medikament überhaupt vertrage. Anschließend sollte ich auf 15mg erhöhen (jeweils vor dem zu Bett gehen).

Nach Einnahme des Medikaments konnte ich hervorragend schlafen. Am nächsten Morgen wirkte ich doch sehr benommen, nahm diesen Zustand aber für den verdienten Schlaf gerne hin. Leider blieb es nicht bei der bloßen Benommenheit. Ca. 30min nach dem Aufstehen überkam mich eine unvorstellbare Angst, verbunden mit dem Gefühl den Verstand zu verlieren/wahnsinnig zu werden. Zusätzlich zitterte ich am ganzen Körper, mir war kalt und 1000 negative Gedanken hagelten auf mich ein und mein Kopf fühlte sich an, als würde er nicht mehr normal funktionieren (zusätzlich spürte ich zudem eine Benommenheit im Hinterkopf). Da eine Freundin in unmittelbarer Nähe war rief ich sie an und sie war innerhalb von 5-10 Minuten bei mir. Danach brach ich emotional zusammen und es dauerte den gesamten Tag um mich wieder einigermaßen aufzubauen. Die Symptome schlichen langsam aus, die Angst blieb. Als sie am Abend nach Hause fuhr, bekam ich einen erneuten Schub, allerdings bei weitem nicht so stark. Ich telefonierte dann mit einem Freund, bis ich irgendwann einschlief.

Am Tag darauf (gestern) ging es mir besser. Die Symptome der Depression (Antriebslosigkeit, kein Empathie-Empfinden, das Gefühl, das Leben sei nicht wirklich sinnvoll, Traurigkeit. Kopfschmerzen usw.) blieben. Allerdings waren alle, wirklich sehr! beängstigenden Symptome verschwunden, die mich am Tag zuvor quälten.

Ich recherchierte gestern Abend noch sehr lange und entschied mich dazu, wenigstens 2mg der Tablette erneut zu probieren, um zu schauen, ob die Symptome wirklich von dem Medikament stammen (ja, das war naiv von mir aber ich will endlich wieder ich sein). Erneut schlief ich sofort ein und fühlte mich am heutigen Morgen sehr müde. Auch dieses taube Gefühl im Hinterkopf und diese unangenehme Wahrnehmung sind wieder sehr präsent, sodass ich das Medikament definitiv nie wieder anrühren möchte.

Ich habe noch keinen Erfahrungsbericht gefunden, bei dem die Nebenwirkungen so präsent waren und bin jetzt doch ziemlich verunsichert. Vor einigen Jahren probierte ich Citalopram und verspürte ebenfalls starke Nebenwirkungen. Damals entschied ich mich dazu, es ohne Medikamente zu schaffen. Dieses Mal fühle ich mich doch etwas hilflos und weiß nicht weiter. Morgen möchte ich gleich zum Arzt gehen, auch wenn ich damit meinen Job auf's Spiel setze (zu viele Fehlzeiten in der Vergangenheit aufgrund meiner Krankheit). Auf einen Therapieplatz muss ich leider noch ein wenig warten.

So wirklich weiter weiß ich momentan nicht und so frage und hoffe ich nach neuen Ansätzen.

Alles Liebe!

Patientendaten

Geburtsjahr: 1989(29 Jahre)
Geschlecht: männlich
Gewicht: 80,0 kg
Größe: 180,0 cm
Eingetragen durch: Patient
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3 Antworten:

Nastja

05.11.2018 14:02
Hallo

Das sind leider die Nebenwirkungen, ganz am Anfang. Das Medikament wirkt erst nach 1-2 Wochen und nach etwa 4 Wochen solltest du dich besser fühlen.
Wenn es aber garnicht geht bei dir, solltest du noch Mal mit dem Arzt reden, mir hat opiparamol besser geholfen und ich hatte nicht solche Nebenwirkungen !
Wichtig wäre auch eine zusätzliche Therapie.

Und du bist nicht alleine,das ist sehr hilfreich in deiner Situation.
Alles gute
Gruß nastja
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benutzer_408

04.11.2018 23:43
Meine Empfehlung: In den Müll mit dem Zeug.
Bewerten:3x Positive Bewertungen
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ich wills wis…
Benutzerbild von ich wills wissen
04.11.2018 19:20
Bist Du bei Deinem Hausarzt mit diesen Beschwerden in Behandlung, oder hast Du Dir auch mal Gedanken darüber gemacht, einen Psychiater aufzusuchen, wenn nicht, dann wird es höchste Zeit.
Bewerten:13x Positive Bewertungen
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Weitere Fragen zu

Medikamenten:  Mirtazapin
Krankheiten:  Depression
Themen:  Psychiatrische Erkrankungen

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