Stevia- als Zuckerersatz geeignet?

Anonymer Benutzer
Frage gestellt am
10.08.2012 um 20:35

Ich bin Diabetiker und nehme seit einiger Zeit " Stevia" zum Süssen von Lebensmitteln. Kann ich "Stevia" bedenkenlos nehmen oder gibt es über diesen Zuckerersatz auch schon negative Erfahrungen?

Patientendaten

Geburtsjahr: 1961 (51 Jahre)
Geschlecht: weiblich
Eingetragen durch: Patient
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10 Antworten:

Sargnagel007
Benutzerbild von Sargnagel007
13.08.2012 15:38

Der sog. gesunde Menschenverstand kann bisweilen auch täuschen. Daß Studien aller Art immer mit einer gewissen Skepsis zu betrachten sind bleibt unbestritten, aber worauf sollen sich eigene Überlegungen stützen? Darauf, daß Stevia ein rein pflanzlicher Stoff ist? Das trifft auf Tabak auch zu...

Im Hinblick auf Stevia wird gern angeführt, daß es bereits seit über 500 Jahren traditionell genutzt wird. Aber belegt das tatsächlich die Unbedenklichkeit? Tabak wird auch ähnlich lange genutzt. Seine Schädlichkeit dürfte jedoch heutzutage längst belegt sein.

Auf einen Zuckerkonsum von 130mg (und oft wesentlich mehr) kommen sicherlich viele Mitbürger. So enthält z.B. die Orangenlimonade von ALDI Süd je 100ml 8,9g Zucker. Bei einer 1,5 Liter Flasche kommt man allein hiermit auf 133,5g Zucker. Wenn man jetzt noch den morgendlichen Kaffee etwas süßt, ein wenig Schokolade oder auch nur einen Fruchtjoghurt oder (gesundes) Obst zu sich nimmt übersteigt man diese Menge um Weiten.

Auch wenn Du den Eindruck hast ich wäre ein Gegner natürlicher, alternativer Produkte, so kann ich versichern, daß eher das Gegenteil der Fall ist, aber ich bringe eine gesunde Skepsis mit. Wenn ein Stoff allzusehr umjubelt wird frage ich mich einfach: wer hat den Nutzen? Irgendwer hat ja für Stevia die Zulassung beantragt. Erfolgte dieser Antrag um eine gesunde Ernährung sicherzustellen oder schlicht um Geld zu verdienen?

Was unterscheidet also die Hersteller/Patentinhaber von Stevia-Produkten von der Zuckerindustrie oder Monsanto? Warum sollte ich mit gesundem Menschenverstand den Steviabefürwortern eher vertrauen wie den des Zuckers?

Interessant wird es wenn man weiss, daß genau der Konzern der Stevia einst bekämpft hat inzwischen einige Patente an Stevia-Pflanzen (Samen) mit besonders hohem Wirkstoffanteil besitzt. Auch Coca-Cola hält 24 Patente für industriell veränderte Stevia.

Soll mir angesichts dieser Tatsachen mein gesunder Menschenverstand tatsächlich zum kritiklosen Stevia-Genuss raten?


Einen interessanten Radiobeitrag konnte man im Januar 2012 im bayerischen Rundfunk hören.
http://www.ardmediathek.de/bayern-2/radiofeature-bayern-2?documentId=9321014

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bermibs
Benutzerbild von bermibs
13.08.2012 10:30

@Sargnagel007
Stevia wurde durch die EU seit 02.12.2011 als Lebensmittelzusatzstoff (E960) zugelassen. Der ADI-Wert wurde 2008 mit 4 mg je kg Körpergewicht festgelegt. Das sind ca. 300 mg Steviaextrakt. Einem durchschnittlichen Zuckerkonsum von 130 g je Tag würden 400 mg Steviaextrakt entsprechen. Aber soviel Zucker sollte man ja nicht konsumieren.
Soweit zu diesen Fakten.

Die Forderung nach Wissenschaftlichkeit und klinischen Studien, die du gern erhebst, ist leider oft eine Sackgasse. Zum einen werden die meisten Studien nicht durch neutrale Stellen durchgeführt. Und zum anderen findet sich keiner, der zu Alternativen und neuen Möglichkeiten überhaupt Studien durchführt, weil ganz einfach kein wirtschaftliches Interesse besteht. Nur ein Beispiel: Wirkung von selektiven Oxidantien im Körper. Ungeachtet von fehlenden klinischen Studien gibt es aber mutige Ärzte, die trotzdem damit therapieren, weil sie sich auf ihren gesunden Menschenverstand verlassen.
Doch zurück zum ersten Problem - neutrale Studien. Die Studie zu Stevia, die die oft zitierten potentiellen Gefahren aufzeigte, wurde von Monsanto, einem der größten Aspartamhersteller finanziert, also ein Konkurrenzunternehmen. Um die dabei bei Ratten eingesetzten Mengen an Steviosid beim Menschen zu erreichen, müsste ungefähr die Hälfte des Körpergewichts an Steviablättern gegessen werden. Soviel zur Wissenschaftlichkeit. Auf Grund dieser fingierten Ergebnisse wurde Stevia in den USA zeitweilig verboten.
Die EU hat bei ihren langjährigen Untersuchungen keine Bestätigungen der Nebenwirkungen gefunden. Wie sollte sie auch bei den unrealistischen Dosierungen von Monsanto. Deshalb die Zulassung.

Auf Grund dieser Zwickmühle verlasse ich mich auch eher auf meinen gesunden Menschenverstand und betrachte aber trotzdem auch Alternativen kritisch.

http://de.wikipedia.org/wiki/Stevia_%28S%C3%BC%C3%9Fstoff%29

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Sargnagel007
Benutzerbild von Sargnagel007
12.08.2012 14:48

@ bermibs

Wurde Stevia wirklich als Lebensmittel zugelassen? Meines Wissens ist Stevia weiterhin Lebensmittelzusatzstoff für dessen Verwendung somit Höchstgrenzen gelten.

Die von mir verlinkten Seiten/Dokumente entstammen nicht der EU-Bürokratie. Wenn ich mich grundlegend über ein (im weitesten Sinne) medizinisches Thema informieren will wähle ich gern Seiten aus der Schweiz, da hier Infos oft leichter zugänglich sind und i.d.R. so formuliert sind, daß sie auch der interessierte Laie gut verstehen kann.

Ich würde mich oft gern näher mit Deinen Thesen auseinandersetzen. Leider vermeidest Du meist die Benennung von Quellen, bzw. verlinkst Seiten von "Interessenvertretungen".

Alt bekannte und gut erforschte Substanzen wie Haushalts- oder auch Rohrohrzucker könnte ja auch den Vorteil haben, daß mögliche Gefahren besser bekannt sind und man sich somit effizient vor möglichen Gefahren schützen kann, so man dies möchte.

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bermibs
Benutzerbild von bermibs
12.08.2012 11:09

Dann frage ich mich, warum die EU jetzt Stevia als Lebensmittel zugelassen hat. Und warum nur die potentielle Gefährlichkeit von neuen Lebensmitteln prüfen? Der alt bekannte Zucker ist potentiell viel gefährlicher. Davon redet aber keine EU-Bürokratie.

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Sargnagel007
Benutzerbild von Sargnagel007
12.08.2012 05:59

Schön, daß hier jeder sein liebstes Süßungsmittel anpreist, aber irgendwie geht das doch an der Fragestellung zur potentiellen Gefährlichkeit von Stevia etwas vorbei. Daher hier eine recht umfangreiche Bewertung des Schweizer Bundesamt für Gesundheit:

http://www.bag.admin.ch/themen/lebensmittel/04861/04972/index.html

Die selbe Behörde hat auch eine Zusammenfassung aller Süßungsmittel herausgegeben, die einen guten Gesamtüberblick bietet (3. Link in der Auflistung):

http://www.bag.admin.ch/themen/ernaehrung_bewegung/05207/07326/index.html?lang=de

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bermibs
Benutzerbild von bermibs
11.08.2012 22:47

Hallo Edelstein, Birkenzucker ist Xylitol (Xylit). Er wird unter anderem aus Birkenrinde gewonnen. Eine andere Quelle sind Maiskolben. Er ist leider recht teuer. Der günstigste Online-Anbieter ist zur Zeit www.xucker.de . Da kaufe ich immer gleich 10 kg-Packungen und komme mit 1 kg unter 8 €. Den finnischen Birkenzucker bekommst du da auch, allerdings mit "Aufschlag" ;o)
LG bermibs

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edelstein254
Benutzerbild von edelstein254
11.08.2012 20:03

hallo, ich verwende Birkenzucker aus dem Reformhaus,den finde ich vom Geschmack her besser als Stevia.Stevia mit Malzdextrin kannst Du auch zum backen verwenden,denn reines Stevia hat keine Füllstoffe wie Zucker,heißt der Kuchen geht nur mit dem Mix auch schön auf,Malzdextrin ist auch ein reiner Pflanzenstoff.
lg

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YellowAngel
Benutzerbild von YellowAngel
11.08.2012 16:23

Ich empfehle
Acesulfam-K (E950)
Acesulfam-K ist 150 bis 200-mal süßer als Zucker, enthält aber nur 4 Kalorien pro Teelöffel. Da Acesulfam-K nicht vom Körper aufgenommen wird, ist dieser Süßstoffe gut für Diabetiker geeignet. Acesulfam-K ist hitzestabil und wird häufig in kalorienreduzierten Getränken, Konfitüre, und Speiseeis verwendet.

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bermibs
Benutzerbild von bermibs
10.08.2012 23:09

Hallo, Stevia ist ohne Einschränkungen für Diabetiker geeignet und kalorienfrei. Über den Geschmack kann man jedoch streiten. Ich bin zwar kein Diabetiker, habe aber Stevia schon probiert. Mir sagt es nicht zu. Ich verwende lieber den Zuckeraustauschstoff Xylitol (Holzzucker). Es ist im Geschmack und Süßkraft fast identisch mit Zucker und beeinflusst den Blutzuckerspiegel nur ganz geringfügig, ist also insulinneutral.
http://www.files.bermibs.de/fileadmin/pdf/naturarzt_und_anderes/xylitol-die_suesse_rettung-nexus_magazin.pdf
LG bermibs

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Bundchen
Benutzerbild von Bundchen
10.08.2012 21:36

Habe mir auch "Stevia" gekauft, aber ich finde, es hat weniger Süßkraft als der Süßstoff.

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