Entzugserscheinungen durch Absetzen der Antidepressiva durch Frieren ohne Fieber?

Sentinel2003
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Frage gestellt am
28.01.2025 um 08:24

Hallo, Ich habe im Sommer letzten Jahres in Absprache mit meiner Ärztin langsam wenn man das so sagen darf, die 20mg Escitalopram ausgeschlichen...immer im ca. 4 Wochen Takt...Also 15, dann 10, dann 5 und dann sogar noch über bestimmt fast 8 Wochen 2,5 gramm! Trotzdem habe ich aber, leider parallel zur Absetzung seit Wochen wieder vermehrt sogar starke Ängste!! Frau Doktor sagt, das ist normal, der Körper ist ja nicht mehr "geschützt" durch die Tablette!! Jedenfalls habe ich gestern Abend aus dem Nichts angefangen zu frieren, zwar nicht stark wie Schüttelfrost - das hätte ich lieber gehabt - aber, konstantes Frieren und Gänsehaut, hatte sogar kurzfristig unter 36 Grad Körpertemperatur - um die 35,7! Sowenig Temperatur habe ich mein ganzes Leben nie gehabt! Und, das hat dann dazu geführt, dass ich natürlich wieder wie verrückt gegooglet habe, wie tief unsere Körpertemperatur sein darf...dann wieder Angst Tropfen und fast schon wieder Todesangst, ob ich die Temperatur wieder hoch kriege...Geschlafen habe ich die Nacht kaum bis garnicht, aus Angst, dass ich unter 36 Grad falle, deshalb immer und immer wieder Temperatur gemessen....ich weiß, mit viel zu oft messen, macht man sich viel zu verrückt!! Meine andere Haus Ärztin sagte mir mal vor einigen Jahren, 2 bis 3 mal pro Abend, mehr nicht...Ich kenne das aber mit dem Gefühl, dass mir sogar "eiskalt" war, mitten im Sommer, das ist bestimmt mehr als 10 Jahre her - auch aus dem Nichts....das kann damals auch gewesen sein, mit der Absetzung der Tablette. Ich habe nämlich in den letzten etwa 13 Jahren 2 mal , ohne Arzt Absprache, versucht, die Tablette abzusetzen, aber, nicht in kleinen Schritten, sondern von 20mg auf null, von heute auf morgen!
Ich hätte echt nicht gedacht, dass ich durch dieses volle halbe Jahr ausschleichen ich doch noch Entzugserscheinungen bekommen würde! Keine Ahnung, aber, seit gestern Abend überlege ich, ob ich die Tablette wieder nehme...denn, diese Ängste nerven nur noch! Mein Gott, warum kann das mit dem Absetzen nicht so einfach sein, wie, wenn man die Ibu nimmt....

Patientendaten

Geburtsjahr: 1967 (58 Jahre)
Geschlecht: männlich
Gewicht: 135,0 kg
Größe: 180,0 cm
Eingetragen durch: Patient
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2 Antworten:

joachim999

30.01.2025 17:33

Extremes Frieren hatte ich um die Jahreswende. Es hatte aber voellig andere Ursachen.
ABER: Wenn Du Escitalopram absetzt, sinkt der Serotoninspiegel, der Dopaminspiegel bleibt gleich. Tritt dann eine extreme Verstopfung auf (Serotonin erhoeht die Darm-Motilitaet, Dopamin senkt sie), dann kann es am Absetzen liegen. Lagert sich dann noch Wasser ein, dann friert man extrem. Als ich wegen einer voellig anderen Sache intravenoes entwaessert wurde, fror ich ploetzlich nicht mehr. Wassereinlagerungen kann man - ohne Arzt - leicht durch eine Fettwaage feststellen. Ist der Wasseranteil zu hoch, sollte man dies dem Hausarzt mitteilen. Ein Diuretikum koennte dann "Wunder bewirken".

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Linda K.
Benutzerbild von Linda K.
28.01.2025 14:01

Lieber Sentinel2003,
das Absetzen von Escitalopram (und anderen Antidepressiva) kann tatsächlich komplexer sein, als man zunächst erwartet. Deine Erfahrungen sind leider nicht ungewöhnlich. Und ich verstehe, wie belastend das für Dich ist!
Bei vielen Betroffenen zeigt sich nach dem Absetzen eine Mischung aus Ängsten und körperlichen Beschwerden. Sie frieren häufig oder schlafen schlecht, auch wenn sie das Medikament sehr langsam reduziert haben. Der Körper benötigt Zeit für die Anpassung an den neuen Serotoninspiegel. Die auftretenden Symptome gehören entweder zur normalen Entzugsphase, oder es handelt sich um frühere Beschwerden, die während der Einnahme nicht spürbar waren. Die Angstspirale kann das Frieren und die niedrige Körpertemperatur verstärken; häufiges Messen oder Grübeln verschärft die Symptome dann meist noch zusätzlich – das hast Du bereits selbst gut erkannt.
Bitte sprich unbedingt mit Deiner Ärztin. Eventuell könnten eine erneute medikamentöse Unterstützung oder alternative Ansätze wie eine Psychotherapie helfen, Deine Beschwerden zu lindern.
Herzliche Grüße und alles Gute.
Linda
Apothekerin und freie medizinische Redakteurin

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