Zusammenarbeit Arzt/Patient/Familie

MiIvTh

Frage gestellt am
23.07.2015 um 00:42

Ich möchte nichts weiter über mich schreiben - ich suche nur Antworten, da ich bzw wir keine Antworten vom medizinischen Personal bekommen, egal ob Krankenschwester oder Arzt. Mein Sohn ist 25 und nimmt seit 8 Monaten Abilify und Venlafaxin, leidet wahrscheinlich an einer schizoiden Persönlichkeitsstörung ... Ich suche hier Antworten in Bezug auf die Medikamente, Behandlung, Theraphieformen, Warten auf die
Theraphie und und und ... Wer kann mir hier helfen, einen Rat geben. Wir hegen den Verdacht (auch mein Sohn selbst), dass er eventuell nicht die richtigen Medikamente bekommt oder aber auch nicht die richtige Dosis. Irgendwie kommen wir nicht weiter. Wie gesagt, wir wissen es nicht und tappen weiter im Dunkeln, die Zeit verrinnt und nichts passiert.

Patientendaten

Geburtsjahr: 1989 (26 Jahre)
Geschlecht: männlich
Gewicht: 105,0 kg
Größe: 190,0 cm
Eingetragen durch: Angehöriger
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4 Antworten:

frank44
Benutzerbild von frank44
23.07.2015 22:12

Für die Behandlung einer schizoiden Persönlichkeitsstörung stehen keine eigentlichen Medikamente zur Verfügung. Vielmahr sind sie, wenn therapeutisch sinnvoll, zur Behandlung von Folgesymptomen, z.B. Depressionen oder Ängste, angezeigt. Von daher wäre es durchaus nicht schlecht, wir wüßten um die Folgesymptome unter denen er denn leidet, welche der medikamentösen Behandlung bedürfen könnten.

Wie bei anderen Persönlichkeitsstörungen auch ist das besondere Erleben und Verhalten über Jahre hinweg gewachsen und hat sich manifestiert ... Folge ist eine schwierige und langwierige Therapie, um Veränderungen bewirken zu können.
Ich wüßte jetzt nicht um spezielle Therapieformen bei besagter Persönlichkeitsstörung. Sie gilt wohl noch als ziemlich unerforscht. Aber es kämen wohl verhaltensorientierte (zielt direkt auf Verhaltensänderungen) als auch die psychodynamische (Aufarbeitung von Ursachen und die Einsicht in sachliche und emotionale Zusammenhänge) Therapie in Betracht.

Ach ja, und schizoid nicht mit schizophren gleichsetzen ...

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1.Blackangel
Benutzerbild von 1.Blackangel
23.07.2015 21:17

Hi,
es gibt auch Fälle wo man über 2 Jahre auf Behandlungen/Therapien warten muss ( manchmal muss man auch länger auf die richtige Behandlung warten )....
Wichtig ist aber auch, das dein Sohn die Behandlung zulässt, sowie Mitarbeitet...
LG von der 1.Blackangel

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1.Blackangel
Benutzerbild von 1.Blackangel
23.07.2015 19:58

Hi,
kannst mich auch gerne per PN anschreiben...
Es kann sein, dass dein Sohn, den behandeln Arzt, absolute Schweigepflicht auferlegt hat.
Oder der behandeln Arzt, ist sich mit seiner Diagnose noch nicht zu 100% sicher.
In diesen vermutenden Fall sind 8 Monaten eigentlich gar nichts....
Es gibt auch andere Möglichten bei den Medikamenten.
Aber wir bewegen uns hier nur im Bereich, der Vermutungen.
Ich weiß, das es sehr belastend, für deinen Sohn und euch als Family ist/sind.
Ganz wichtig sind wirklich gute Freundinnen/Freunde/Kontakte und einen guten Rückhalt/Unterstützung von der Family...
Ich wünsche Ihnen ganz viel Kraft und Ausdauer. Sowie gute Besserung und Stabilisierung deines Sohnes.
LG von der 1.Blackangel

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Benutzer gelöscht?

23.07.2015 07:30

Nun ich kann dich verstehen, das du nach Rat suchst und dir Sorgen machst um deinen Sohn! Nur was Medikamente betrifft, können und dürfen wir als Laien hier keine Ratschläge geben. Wie kommst du denn darauf, das es die falschen Medikamente sein könnten? Weil es nicht anschlägt? Und das man auf gute Therapieplätze oft lang warten muss, ist auch leider normal. 8 Monate sind ja eine lange Zeit, aber ihr wisst sicher, das bei psychischen Leiden oft sehr lang dauern kann, ehe sich Besserung einstellt. Erst recht, wenn es ein schwieriger Fall ist (eine schizoide Persönlichkeitsstörung ist das wirklich) und die Behandlung (wie oft der Fall) zu spät einsetzt, weil man sich ja lange damit herumschleppt und meist erst zum Arzt geht, wenn es ganz schlimm wird und das ist dann meist zu spät. Mir ging es selber so. Man will funktionieren und die Umwelt soll nicht merken, das man krank ist. Gerade die seelischen Krankheiten sind ja heute immer noch mit Tabu und Makel behaftet. (der oder die ist verrückt und muss in die Klappse!!) Man wird schief angesehen und ausgegrenzt. Wer will das schon? Also die Medikamente, die dein Sohn nimmt, kenne ich. Sind beide sehr geläufig zur Behandlung von Psychosen und Depressionen. Also so verkehrt kann das nicht sein. Auch andere, nicht medikamentöse Therapien brauchen lange Zeit, um Erfolg zu bringen. Es ist wirklich harte Arbeit und der Weg zur Besserung sehr steinig. Viele verzweifeln fast daran. Wann geht es mir endlich besser??? Diese Frage ist die Nummer 1 beim Psychiater. Und was antwortet der? Geduld, Geduld. Euer Arzt verhält sich aber nicht richtig, wenn er euch keine Antworten gibt!! Kommt mir auch bekannt vor, oft aus Zeitmangel und zu vollem Wartezimmer. Ihr dürft da nicht aufgeben, immer wieder nachfragen und auf Antworten bestehen und notfalls den Arzt wechseln. Wer soll euch denn helfen und aufklären, wenn nicht der Arzt oder Therapeut? Ich habe mir damals Bücher gekauft oder ausgeliehen und im Internet recherchiert, das hat mir geholfen. Dadurch verstand ich einiges besser. Ich hatte (und habe) zwar "nur" eine Depression, die hatte es aber in sich, versteckt hinter lauter körperlichen Symptomen. Es hat beim 1. Mal über ein Jahr gedauert, ehe es mir einigermassen besser ging, aber noch lange nicht gut! Also solche Zeiträume sind leider normal bei solchen Krankheiten. Vielleicht meldet sich hier noch jemand, der sich besser auskennt wie ich, speziell mit der Krankheit deines Sohnes. Aber wir sind halt alle nur Laien und können Arzt und Therapeut nicht ersetzen, das muss dir klar sein.
Gebt nicht auf, es ist nur eine Frage der Zeit und deinem Sohn wird es wieder besser gehen. Ich kenne viele psych. Kranke, habe da ein richtiges Netzwerk angelegt über die Jahre und alle haben es irgendwann und irgendwie geschafft! Ich hoffe, das tröstet dich etwas.

Liebe Grüße
Susanne

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