Mein Enkel Max(13Jahre) bekam beim Judotraining Kreislaufprobleme mit Angsterscheinungen. Die DMH verabreichte Tavor, aber die Erregung wurde immer schlimmer. Auch im Krankenhaus (Kreislauf war ok) wurde offenbar nochmals Tavor und Faustan gespritzt, aber mein Enkel bekam einen regelrechten Tobsuchtsanfall. Auf eigenen Verantwortung hat sein Vater ihn mit nach Hause genommen, und er wurde wieder ruhiger , geblieben waren aber über längere Zeit eine Art Halluzinationen mit Geräuschen und Stimmen hören. Die behandelnden Ärzte sagten ,es liege nicht an dem Medikament, andere meinten bei Tavor gibt es hin und wieder die paradoxe Wirkung. Nach längerer psychischer Betreuung durch dieses Verhalten hat sich der Zustand gebessert, aber mein Enkel ist nicht stark belastbar, bei geringem psychischem Streß gibt es Rückfälle mit Geräuschen und Stimmen. Falls Sie dazu Erfahrungen haben, wäre ich für eine Antwort sehr dankbar. Mit freundlichen Grüßen Horst Zitzmann
Patientendaten
Geburtsjahr: 1997 (13 Jahre) Geschlecht: männlich Gewicht: 65,0 kg Größe: 167,0 cm
Lieber Horst,
ich habe Dir eine PN geschrieben. Du findest sie in Deinem Profil unter "Nachrichten" oder wenn Du rechts oben, neben LOGOUT auf die Zahl klickst.
Hallo, liebe Sandra und Kerstin, vielen Dank für Eure schnellen Antworten zu den Problemen meines Enkels,da sich in seinem Zustand nicht viel geändert hat, melde ich mich erst heute. Unser Enkel ist ja in psychologischer Betreuung, aber es dreht sich alles im Kreis. Er besucht eine Privatschule und bekommt dort immer seine Panikattacken (Stimmen Hören) und wir holen Ihn dann meistens aus dem Unterricht. Aber alles hängt offenbar mit nervlicher Beanpruchun zusammen hinsichtlich Versagensangst. Auch vor einer Arbeit bekommt er schon abends zuvor angeblich diese Zustände, sodass er dann indirekt erzwingt, am nächsten Tag nicht zur Schule zu gehen. gegenüber seinen Eltern verschweigt er zurückgegebenen Arbeiten, weil sie oft nicht sehr gut ausfallen. Er hat das ADS Syndrom (Also Lese /Rechtschreibschwäche), dadurch mildernde Umstände, und er erkennt, dass er da Nachteile hat, was sich auch auf Fremdsprachen auswirkt, Schlimm ist , dass man als Eltern nicht ruhig und logisch mit ihm reden kann, er wird dann aggresiv, laut, es ist da sch on zu Hyperventilation gekommen. Trotzdem wissen wir nicht, ob er das alles zusätzlich oder überhaupt inszeniert, denn er ist offenbar schon in der Pubertät, da sind Kinder oft schwierig zu behandeln und in seinem Fall besonders, und die Erscheinungen hat er eben erst seit seinen Kreislaufproblemen beim Sport, wo er Tavor und Faustan bekam. Natürlich können auch Erziehungsfehler der Eltern (Vater hat viel kritisiert und wenig gelobt) das Fass zum Überlaufen gebracht haben . Wir wissen es nicht . Die Aussage der Psychologin, du mußt nochmal in eine Tagesklinik, wenn du bei jeder nervlichen Beanspruchung Stimmen hörst, machen Ihn etwas nachdenklich, aber er hat nicht den Ehrgeiz selbst aus dem Teufelskreis herauzukommen, aber unheimliche Angst vorm Krankenhaus, wahrscheinlich im Ergebnis der damaligen Behandlung. Sie können uns sicher nicht helfen, da Sie aber sich gleich so nett des Problemes angenommen haben, berichte ich Ihnen so ausführlich. Wir als Großeltern sind jedenfalls ständig in Angst, dass wieder etwas los ist und vor allem wie sich das auf sein weiteres Leben auswirkt. Das Schlimmste ist, dass man mit seinen Erfahrungen nicht helfen kann; er wird bei den gerinsten Ratschlägen gleich abweisend zu uns.
Ich wünsche Ihnen alles Gute und sende Ihnen ganz
liebe Grüße
Horst
Paradox ist bei Kindern ja nicht ungewöhnlich. Bestes Beispiel Weckamine wie zB. Ritalin, Erwachsene werden aufgedreht und zappelig, Kinder konzentrierter. Bei fast allen Psycho-Medis weist man im Beipackzettel auch drauf hin daß sie für Kinder unter 16 nicht geeignet sind bzw. keine Erfahrungen vorliegen. Das Ärzte mal zugeben, daß sie, nunja, Mist wars ja nicht direkt, aber eben auch nicht gut, gemacht haben, ist offenbar ein Berufsspezifisches Symptom.
Hallo,
ich finde die Antwort von Sandra sehr gut, und möchte auch nicht widersprechen.
Möchte nur meine Erfahrung mit teilen.
Leider muss ich das Medikament seit 2 jahren regelmässig nehmen.
Leider, wegen der Stärke und der Abhängigkeit, in die ich jetzt natürlich gerutscht bin..-(
Aber es geht bei meinem Krankheitsbild nicht mehr anders.Deshalb muss ich es akzeptieren, um einigermassen mit meiner erkrankung leben zu können!
Es ist auch ein Segen, das Medikament, für viele Menschen. Und es ist relativ gut verträglich, im Vergleich zu manch anderen Psychopharmaka, wenn halt die asbhängigkeitsgefahr nicht wäre!
Gerade in Notsituatuonen oder ganz schlimmer Panik sowie Unruhezuständen, und noch einigen anderen Krankheitsbilder, wie auch schocksituationen , ist es wirklich ein Segen!
Aber nur dann!
Normaler weise sollte man es aber tunlichst vermeiden!
Und ich finde es schon etwas unverantwortlich, oder zumindest sehr überdosiert so zu sagen, von dieser Ärztin, einem 13 Jährigen,!! eine Tavor zu geben, vor allem, wenn die Kreislaufproblematik vor der Panik war. Denke, der Junge hat Angst bekommen, da es ihm eben so komisch ging. Eventuell Unterzuckerung oder was auch immer.
Aber daß man von einer einmaligen oder zweimaligen Gabe psychotische oder schizophrene Züge bekommen kann, wusste ich nicht!?
Ich habe selbst mal im medizinischen Bereich gearbeitet, und auch in meinen Aufenthalten in den Kliniken oder auch so, sehr viele Leute gesehen , die Tavor bekamen (wir haben es in den Praxen manchmal vor Opertionen gegeben, ) und es ist nie etwas in diese Richtung passiert! Nie!
Eine paradoxe Reaktion gibt es natürlich bei jedem Medikamnet, bei Tavor aber extrem selten!
Aber das ist eine Reaktion, die dann nach Beginn der wirkung eben ins Gegenteil umschägt, wie es eigentlich wirken sollte, und dann nach einigen Stunden, wenn die Tablette auswirkt, ist es wieder in Ordnung..
also, so kenne ich es nur. !?....
Aber ich bin kein Arzt,, und wollte nur meinen Erfahrungswert mit teilen!
Warum es ihrem Enkelsohn jetzt immer noch so schlecht geht!? dDs kann dann eventuell doch eine psychische Erkrankung oder Störung sein, die gar nichts mit der Tavorgabe zu tun hat.!?
Ich würde ihn diesbezüglich ,aber auch auf das , wenn es das gibt, eben eine länger andauernde Störung des psychsichen Befindens von Tavor oder dem anderen Medikament, untersuchen lassen!
er ist noch so jung!
Es tut mir sehr leid, kann sehr gut mitfühlen!
Wünsche dem Jungen, daß er wieder ganz gesund wird, und frei davon!
Eine paradoxe Wirkung mit psychotischen Symptomen (gesteigerte Erregung und Halluzinationen) ist besonders bei Kindern und alten Menschen möglich, Tavor soll dann kein 2. Mal gegeben werden. Das gleiche gilt für Faustan.
Wie bei Drogen kann schon einmalige oder mehrmalige Gabe ausreichen, sog. Flashbacks hervorzurufen.
Diese Wirkung nennt man psychiatrisch HPPD: http://de.wikipedia.org/wiki/Hallucinogen_persisting_perception_disorder
Es gibt bislang keine sicher wirksame Therapie, aber Entspannungstechniken und vermeiden von Stress sollen helfen.
Mein Mitgefühl für Deinen Enkel, und alles Gute.