Hydromorphon 8 mg long und 2,6 mg akut

Anonymer Benutzer
Frage gestellt am
07.03.2026 um 10:04

Hallo,
nach 12 Jahren Tilidin 100/8 (2 x täglich) und 50/4 nach Bedarf wurde ich auf Hydromorphon 8 mg long 1,5 Tabletten, also 12 mg alle 24 Stunden umgestellt. Für akute Fälle habe ich Hydromorphon 2,6 mg.
Habe das Postpoliosyndrom, kennt kaum noch ein Arzt. Ich habe Bewegungssschmerzen, keine Dauerschmerzen ! Wenn ich mich nicht oder minimal bewege habe ich keine Schmerzen. Habe Gehilfen und Rolli. Kann 50 Meter gehen, bevor meine Muskeln im rechten Oberschenkel den Dienst verweigern.
Ich bin absolut Schmerzfrei nur, wenn ich die Dosis auf 16 mg erhöhe und 2 bis 3 x 2,6 mg akut nehme. Das merke ich im Kopf, aber ich bin frei in meiner Bewegung für 3 bis 4 Stunden. Was enorm hilft ist eine 100/8 Tilidin neben 12 mg Hydromorphon long. Dann habe ich 6 Stunden Bewegungsfreiheit. Das wird verteufelt von meinem Arzt. Bekam die gelbe Karte. Aber ich kann ohne weiteres zurück auf meine normale Dosis, habe keine Probleme. Bin von mir aus auf eine 8 mg long am Tag gegangen.
Meine eigentliche Frage ist es, warum ich es dauernd nehmen muss ? Warum lässt man sich nicht darauf ein, das ich 3 x 2,6 akut nehme und wenn ich mich zu Hause befinde gar nichts nehme. Man kann mit dem Arzt nicht reden, er dehydriert gleich.

Patientendaten

Geburtsjahr: 1957 (69 Jahre)
Geschlecht: männlich
Gewicht: 103,0 kg
Größe: 189,0 cm
Eingetragen durch: Patient
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2 Antworten:

petronilla
Benutzerbild von petronilla
15.03.2026 10:33

Lieber ...,
ich sehe es genauso wie Du, nämlich nur bei Bedarf entsprechende Medikamente nehmen, gerade bei Schmerzmitteln.. Du bist schließlich ein mündiger Patient und kannst selbst entscheiden. Außer Dein behandelnder Arzt hat einen bestimmten Grund dafür, dass Du regelmäßig diese Schmerzmittel nimmst. Das kann bei manchen Schmerzsyndromen in der Tat der Fall sein, nämlich, dass sich der Schmerz nicht chronifiziert.
Ich selbst habe ein ähnliches Problem: große Schmerzen mit dem Hüftbeuger bei bestimmten Bewegungen, nämlich linken Fuß anheben, Treppe steigen, was oft fast unmöglich wird, Auto ein- und aussteigen, anziehen usw.. Aber wenn ich all diese Bewegungen nicht ausführe, habe ich diesbezüglich keine Schmerzen. Und in so einem Fall kann und will ich auch nicht ständig Medikamente einnehmen. Es kommt natürlich schon vor, dass ich den Hüftbeuger (massive Schmerzen in Leiste, Oberschenkel) überstrapaziert habe, dann muss ich etwas einnehmen, weil die Schmerzen noch immer da sind.
Mach es so, wie Du es für richtig hältst.
liebe Grüße von Petronilla

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Linda K.
Benutzerbild von Linda K.
09.03.2026 12:52

Lieber Sanego-Nutzer,
in der Fachliteratur finden sich tatsächlich nur wenige konkrete Empfehlungen zur Behandlung von Schmerzen beim Post-Polio-Syndrom. Deshalb lässt sich Deine Frage im Grunde nur sehr allgemein anhand der üblichen Therapieprinzipien bei starken, chronischen Schmerzen beantworten.
In der Schmerztherapie verfolgt man meist ein festes Schema: eine regelmäßige Basistherapie mit einem Retardpräparat und zusätzlich ein Bedarfsmedikament für Schmerzspitzen.
Hydromorphon „long“ setzt den Wirkstoff langsam frei und hält den Wirkspiegel etwa 24 Stunden stabil. Ziel bleibt ein möglichst gleichmäßiger Wirkstoffspiegel im Blut. Dadurch bleibt die Schmerzverarbeitung im Nervensystem konstanter, starke Schwankungen bleiben aus und die Therapie lässt sich besser steuern. Deshalb empfehlen Ärztinnen und Ärzte häufig eine regelmäßige Einnahme, auch wenn Schmerzen nicht dauerhaft vorhanden sind.
Die 2,6-mg-Tabletten dienen als Akutmedikation für kurzfristige Schmerzspitzen. In vielen Therapieschemata orientiert sich die Bedarfsdosis grob an etwa einem Sechstel der täglichen Retarddosis. Bei 12 mg Hydromorphon täglich liegt eine Bedarfsdosis im Bereich von etwa 2 mg daher grundsätzlich im üblichen Rahmen.
Eine Therapie ausschließlich mit Bedarfsopioiden wird meist vermieden. Stark schwankende Wirkstoffspiegel können Nebenwirkungen begünstigen und erschweren eine sichere Dosiskontrolle.
Auch die Kombination von Tilidin und Hydromorphon sehen viele Ärztinnen und Ärzte kritisch. Beide Medikamente wirken an denselben Opioid-Rezeptoren. Die Kombination kann die dämpfende Wirkung auf Gehirn und Atmung verstärken und macht die Gesamtwirkung schwerer berechenbar.
Individuelle Gründe für eine bestimmte Therapieentscheidung lassen sich am besten im direkten Gespräch mit Deinem behandelnden Arzt klären, weil dort Deine persönliche Situation genauer berücksichtigt werden kann.
Herzliche Grüße
Linda
Apothekerin und freie medizinische Redakteurin

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