Nebenwirkungen Brintellix

Anonymer Benutzer
Frage gestellt am
20.11.2022 um 13:58
  • Medikament: Brintellix Krankheit: Compulsive obsessive Disorder

Hallo, ich habe als Nebenwirkung der Brintellixeinahme starke Völlegefühle. Ich nehme das Medikament seit ca 6Wo. - 10 mg abends nach dem Abendessen. Seit einiger Zeit habe ich jeden Tag das Gefuehl einen schweren Ballon im Gedaerm mit mir herumzutragen, der sich immer mehr aufbläht. Ist zu erwarten, dass das bald abklingt? Begleiterscheinung ist Gewichtszunahme. Ist die Dosis zu hoch? Die Psychiaterin, die mir das Medikament verschrieben hat, hat eigentlich 20 mg vorgeschlagen und mir 20 mg Tabletten verschrieben. Aber ich halbiere die Tablette, da ich fürchte, dass das meine Verdauung sonst noch mehr verändert. Der warum ich Antidepressiva nehme: Ich leide unter Zwangsstoerungen, d.h. übertriebenen Schuldgefuehlen u.s.w. und habe bis jetzt Paroxetin genommen, was jedoch auf Grund des Libidoverlustes als Nebenwirkung untragbar ist. Nach laengerer Einnahme von 20 mg Paroxetin hatte ich das gleiche Problem der Verdauungsstörung wie jetzt mit 10 mg Brintellix. Liegt vielleicht eine Unvertraeglichkeit mit Milch, Alkohol oder zu viel Kohlenhydraten vor? Ich bin verunsichert, da ich meine Beschwerden nicht als Nebenwirkung hier irgendwo gelesen habe. Würde mich über eine Meinung freuen. vG Marcus

Patientendaten

Geburtsjahr: 1979 (43 Jahre)
Geschlecht: männlich
Gewicht: 89,0 kg
Größe: 190,0 cm
Eingetragen durch: Patient
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2 Antworten:

Linda K.
Benutzerbild von Linda K.
10.12.2025 16:42

Liebe Sanego-Nutzer und Nutzerinnen,
Paroxetin wirkt stark auf den Serotoninstoffwechsel, gehört aber nicht zu den SSRIs mit dem geringsten Risiko für Magen-Darm-Nebenwirkungen. Studien zeigen, dass Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall unter Paroxetin ähnlich häufig oder sogar etwas häufiger auftreten als unter anderen SSRI, besonders zu Beginn der Behandlung.
Eine große Analyse von rund 5.000 Teilnehmenden ergab, dass Escitalopram Magen-Darm-Beschwerden deutlich seltener auslöst als Paroxetin. In derselben Untersuchung schnitt Fluoxetin am besten ab, während Paroxetin und Sertralin das höchste Risiko für solche Nebenwirkungen zeigten.
Das Risiko für diese Beschwerden hängt damit zusammen, wie stark ein Medikament auch auf den Serotoninhaushalt im Darm wirkt. Präparate wie Escitalopram gelten in dieser Hinsicht als etwas besser verträglich.
Herzliche Grüße und alles Gute.
Linda
Apothekerin und freie medizinische Redakteurin

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Anonymer Benutzer

30.11.2025 11:11

Hallo! Danke für deinen Erfahrungsbericht. Ich habe Brintellix bisher nicht genommen, aber mit meiner Ärztin schon darüber gesprochen, mglw. darauf zu wechseln. Die von dir beschriebene Problematik kenne ich trotzdem, ich hatte haargenau die gleichen Probleme mit Sertralin (und, wenngleich nicht ganz so stark, vorher von Escitalopram). Das Problem ist bei vielen stark seotonerg wirkenden Medikamenten wohl die Überstimulation der 5HT4-Rezeptoren, bzw. dass die Medikamente den Serotonin-Haushalt nicht nur im ZNS sondern auch im Magen-Darm-Trakt (wo der Mensch anscheinend das meiste Serotonin hat) manipulieren. Ich hatte damals genau wie du nach ein paar Monaten der Einnahme schon beim Aufwachen unglaubliches Völlegefühl (wie einen Luftballon verschluckt zu haben), schlimmer als ich es jemals von Mahlzeiten kannte. Hosen passten reihenweise nicht mehr, auch viel Sport und Bewegung halfen nicht. Selbst kleinste Mahlzeiten und strenger Verzicht auf kohlensäurehaltiges Wasser etc brachten keine Besserung, am Ende habe ich die Medikamente deswegen abgesetzt.
Übrigens hat mir chatGPT damals (mit Vorsicht zu geniéßen, ich weiß) gesagt, unter den stark serotonerg wirkenden Medikamente sei Paroxetin noch dasjenige mit dem geringsten Risiko dieser Magen-Darm-Nebenwirkungen. Kannst du das bestätigen?

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