Anonymer Benutzer Frage gestellt am 06.06.2015 um 17:06
Ich leide seit Jahren immer mal wieder an einer endogenen Depressionen,stecke jetzt in einer tiefen Phase.Wer weiß wie lange sowas anhält. Bin immer am kämpfen. Nehme auch Antidepressiva
Ich entschuldige mich hiermit für den Ausdruck "Blödsinn hoch 3".
Das war meiner Aufregung geschuldet und war unsachlich.
Wie ich schon sagte, mir passiert so ein Ausraster selten, aber nun war es doch mal passiert und ich habe zumindest den Anstand, mich zu entschuldigen.
Ich hoffe, du nimmst es an. ;-)
Hallo,
bei der Behandlung von Depressionen hat sich in der Praxis vom Ansatz her
etwas verändert. Man versucht heute tatsächlich, dass Menschen mit dieser
Erkrankung lernen, sich selbst mehr an der Hand zu nehmen. Es werden
immer mehr verhaltenstherapeutische Ansätze gewählt und sogar in Gruppen-
therapien soll die Sichtweise erarbeitet werden, das man selbst in der Hand hat, was Trauer ( und oftmals die Depression auslöst) und was nicht.
Also, ich wollte Dir, susanne2013, damit nicht zu nahe treten. Aber das ist kein
"Blödsinn hoch 3", sondern gänige Klinik-Praxis.
Es mag sich für manchen am Anfang herzlos anfühlen, wenn er oder sie stärker "gefordert" werden, aber die Praxis zeigt, dass die kleinen Schritte des Umdenkens oft größere Erfolge erzielen. Also, die Syptome nehmen sich zurück
und die Phasendauer verkürzt sich, gestörter Hirnstoffwechsel hin oder her:
"Ich habe es selbst in der Hand", das ist ein großer Leitsatz heute und mag
bestimmt von Klinik zu Klinik etwas variieren.
Die Brücke zwischen Diagnose und im besten Falle Heilung ist immer ein Thera-
pieansatz, der sich bewährt.
Ja danke Yvonne ;-)
Stimmt es heisst jetzt Major-Depression, das Wort fiel mir nicht ein gerade.
Und ja, ich habe immer sehr ausgeprägte körperliche Symptome, aber zu meinem "Glück" nichts psychotisches. Ich stehe zu dem, was ich unten schrieb, denn mein Arzt sagt, in meinem Fall trifft endogene Depression genau zu. Wer was anderes weiss oder behauptet...bitteschön, ich kann ja hier nur von mir sprechen. Und beim FS scheint es ähnlich zu sein, leider gibt er oder sie nur dürftige Informationen, eine Rückmeldung wäre gut. Oder eine PN an mich, da können wir uns weiter austauschen ;-)
ja hast recht der Begriff wurde zwar geändert einige verwenden ihn allerdings immernoch
Das fand ich jetzt:
Die Klassifikation depressiver Störungen hat sich in den letzten Jahren wiederholt geändert. Die neurotische Depression taucht nicht mehr auf, die frühere endogene Depression heißt jetzt Major Depression. Wo eine Einordnung depressiver Störungen in einen Kontext zu Teilursachen möglich ist, ist diese weiterhin hilfreich. Zum einen beeinflusst dieses Wissen das Vorgehen in der Behandlung, zum andern gibt es eine gewisse Orientierung über den Verlauf, die Betroffenen wie Behandelnden Sicherheit und eine Grundlage für Hoffnung bietet.
Phasische (endogene, Major) Depression
Diese schwerste Form der Depression verläuft in mehr oder weniger langen Phasen. Sie kann auch psychotische Symptome aufweisen. Depressivät und Antriebsstörungen sind in der Regel ausgeprägter als bei anderen Depressionsformen. Das Leben steht wie ein Berg vor einem; der Alltag scheint nicht bewältigbar. Depressive Episoden können – ähnlich wie schizophrene Episoden – einmal bis viele Male im Leben eines Erkrankten auftreten.
Im Unterschied zu schizophrenen Episoden dauern die einzelnen akuten Phasen in der Regel länger. Aber auch hier gibt es Phasen von wenigen Wochen bis zu mehr als einem Jahr. Je nach Ausprägung der Verstimmung können Minderwertigkeitsgefühle bis schwerste Selbstzweifel und Suizidgedanken oder -impulse auftreten, Schlafstörungen, Appetitverlust und vielfältige körperliche Beschwerden in Form von Unwohlsein, Schmerzen und vielem anderen mehr.
Die neueren Diagnosesysteme unterscheiden zwischen Episoden mit und ohne somatische Symptome sowie mit und ohne psychotische Symptome. Damit ist gemeint, dass zu den Merkmalen, die wir einer Depression zuordnen, auch Wahngedanken, gelegentlich sogar Halluzinationen hinzutreten können.
"Noch vor wenigen Jahren hat man die Depression irrtümlich nach möglichen Ursachen (endogene, neurotische, reaktive Depression) eingeteilt. Diese Klassifikation hat man aufgrund neuerer Kenntnisse verlassen. Heute werden Depressionen nur noch nach dem Schweregrad unterteilt. Wichtig für die Diagnose ist, dass die Symptome mindestens für einige Wochen wahrnehmbar sind und den Betroffenen in seinem persönlichen oder beruflichen Umfeld beeinträchtigen. Somit ist auch die leichte depressive Störung keine Befindlichkeitsstörung, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung, die behandelt werden sollte."
Die Seite hatte ich auch am Wickel. Interessant allerdings war dort die Behandlung der "endogenen Depression" ... Gesprächytherapie und so ... ;-)
@dinner4two:
Nein das ist nicht ganz richtig. Es bedeutet, das die Depression im Gehirn entsteht, ohne das äussere Einflüsse wie Stress, Kummer, allgemein schlimme Erlebnisse, dafür der Auslöser sind. Es ist eine Störung im Gehirnstoffwechsel, Ursache weitgehend unbekannt und die Veranlagung dazu ist leider erblich! Meine Mutter und Großmutter hatten es und meine Töchter auch. Ja und wiederkommen tut sie auch (ohne Medikamenteneinnahme) und das mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit. Deshalb bekomme ich ja auch ein Dauermedikament, sozusagen eine Erhaltungsdosis , die im Ernstfall schnell erhöht wird. Dann tritt die Wirkung schneller ein, weil die lange Anlaufphase wegfällt, die man bei Neueinnahme eines ADs hat.
Und nochwas, es hängt nicht von einem SELBST ab!!!
Das ist Blödsinn hoch 3.
Ich habe mir jeden Tag nichts sehnlicher gewünscht, als das dieses Leiden endlich vorbei geht und habe alles Mögliche dafür getan.
Es ging eben nicht VORBEI.
Erst nach langer qualvoller Zeit ging es sehr langsam aufwärts.
Es ist wirklich oft haarsträubend, was man von Menschen, die sowas nicht erlebt haben, zumindest nicht so schlimm, darüber hört.
Nicht böse sein, aber jetzt ist mir auch mal der Hut hochgegangen...was bei mir eigentlich selten vorkommt.
Nichts für ungut *tief durchatmen* ;-)
Hallo, endogene Depression heisst heute nur noch, dass die Depression wieder kommt. Überlege, ob Du nicht, wenn es Dir so schlecht geht, eine Kur beantragen kannst. Bei vielen bewirkt eine Kur eine Besserung. Wie lange Deine "tiefe Phase" dauert, hängt letztendlich von Dir selbst ab.
Ich habe das auch schon seit 25 Jahren. Meine längsten Episoden gingen 6 Monate bis fast ein Jahr, also jetzt bis dahin gerechnet, als es mir wieder richtig gut ging.
Mittlerweile habe ich kaum noch solche Episoden, weil ich dauerhaft 2 ADs bekomme in entsprechender Dosierung, was Rückfälle verhindert. Früher wollten die Ärzte immer Absetzversuche machen und das endete jedesmal im Fiasko und Rückfall. Nun lassen wir diese Absetzversuche bleiben. Und wenn, wie bei dir, doch eine Verschlimmerung eintritt, geh schnell zum Arzt, umso eher, desto besser. Bei mir half dann immer eine radikale Erhöhung der Dosierung. Ist leider so, umso länger man wartet und denkt, das vergeht schon wieder, umso tiefer fällt man rein und dann dauert es natürlich länger, bis man wieder rauskommt. Mein Arzt hat mal gesagt, in etwa die Zeitspanne, wie eine Depression anhält, braucht man dann auch, um wieder rauszukommen.
Und nochwas, doch der Begriff "endogene Depression" wird noch verwendet. Steht groß in meiner Krankenakte. Diese entstehen rein durch Stoffwechselstörungen im Gehirn, sind also nicht an bestimmte Auslöser, wie Stress oder Kummer gebunden. Ich habe viele andere Therapien versucht, Gesprächstherapie z.b. half bei mir überhaupt nicht, eben weil es keine Probleme als Auslöser gab und was soll man da besprechen bzw. im Gespräch verarbeiten?? Das ist die sogenannte Depression aus heiterem Himmel. Das hat dann gar keinen Sinn. Und ehe mich jetzt wieder jemand der anderen User verbal angreift, betone ich nochmal, das es BEI MIR so war! Ich kann nicht beurteilen und will es auch nicht, ob es beim Fragesteller genauso ist!! Jede Depression und jeder Mensch ist anders, es gibt kaum eine ähnlich facettenreiche Krankheit wie Depris!
Ich schreibe hier lediglich über MEINE ERFAHRUNGEN. ;-)
Solltest du nicht eigentlich am besten wissen wie lange es so immer bei dir dauert?
Ansonsten gibt es neben den Pillen noch andere sinnvolle Möglichkeiten der Therapie von Depressionen. Die alleine richten es kaum.
Ganz nebenbei wird der Begriff "endogene Depression" praktisch nicht mehr verwandt.
"Endogene Depressionen pflegen phasisch zu verlaufen, d. h. in Episoden, die zwischen wenigen Tagen und einem Jahr und mehr variieren. Die durchschnittliche Phasenlänge liegt zwischen drei und zwölf, am häufigsten zwischen drei und sieben Monaten. Lange Phasen finden sich eher bei sogenannten Spät- oder Involutionsdepressionen im Rückbildungsalter. Es gibt aber auch kurzphasische Verläufe von wenigen Tagen oder gar Stunden Dauer, oft mit rascher Wiederholung (Fachausdruck: rapid cycler oder "schnelle Phasenwechsler")."
Depressionen kommen in Wellenbewegungen. Ich kann nicht sagen wann du da wieder rauskommst, aber du wirst es schaffen. Eventuell hilft eine Medizinerhöhung oder Medizinänderung.Bob61