Wer kennt das Gefühl in jeder Lebenslage zu versagen?
Anonymer Benutzer Frage gestellt am 12.12.2012 um 17:52
Wer kennt das Gefühl immer zu versagen? Was macht ihr dagegen? Als Beispiel! Ich kann meine letzte Tätigkeit nicht mehr ausüben, habe 2004 eine kaufmännische Umschulung gemacht. Seit 1,5 Jahren versuche ich einen Job zubekommen. Keine Berufserfahrung (wie soll ich sie auch bekommen, wenn mich keiner einstellt). Es gibt doch Probezeit! Keine Fremdsprachen. Wenn in Freundschaften was schief läuft, sehe ich mich immer als Versager. Das zieht mich dann immer so runter, das ich mich frage, was habe ich so falsches an mir, oder warum existiere ich überhaupt...zumal ich eh nicht erwünscht war und für meine Mutter eh immer für alles zu doof. Ich bin zwar erwachsen und sie kann mich schon seit 2003 nicht mehr tyrannisieren. Wie geht ihr mit solchen Sachen um?? Entschuldigung, das es so lang geworden ist. Bin gerade von Selbstzweifeln zerfressen und heule mir die Augen aus.
Hallo,
hast Du Bewerbungen rausgeschickt, um ein Praktikum zu machen?
Hast Du an einem Bewerbertraining durch die Arbeitsagentur teilgenommen?
Wir sind alle fehlerhafte Menschen, in Freundschaften, wie überhaupt im Leben, kann nicht alles optimal verlaufen. Deshalb ist man kein Versager, aber aus eigenen Fehlern kann man lernen und muß auch die Fehler anderer verzeihen können.
Im Rahmen einer Psychotherapie wäre bei Dir ein Selbstsicherheitstraining und die Anwendung der kognitiven Verhaltenstherapie angebracht.
Ja, Depri gehören immer wieder mal zu meinem Leben. Sie bestimmen aber nicht mehr mein Leben wie es früher mal war.
@mooning: Danke für die Fragen, aber da muss ich echt mal eine Nacht drüber schlafen. Ich werde es mir aber zu Herzen nehmen und mir die Fragen morgen wirklich mal schriftlich zu stellen. Mal sehen ob ich ein paar Antworten aufs Papier bringe. Wenn nicht muss ich mich morgen nochmal bei euch melden.
Insofern trifft Alpha's Problemsicht den Kern, nämlich dein Selbstwertgefühl, dich z.b. für andere verbiegen zu "müssen". Leerheit ... na ja ... Depri halt. Dein Therapeut hat Recht! Weinen drückt auch ein Gefühl aus, ein starkes sogar.
Was kannst du besonders gut? Welche Tätigkeit liegt dir? Wobei fühlst du dich pudelwohl? Welche Eigenschaften loben auch deine Freunde an dir? Was schätzt du an dir?
@ Frank: Ja, ich bemesse mich schon sehr über andere Leute. Ich habe auch immer das Gefühl ich muss gefallen und alles richtig machen und richtiges sagen. Und die Maske des Selbstbetrugs brökelt dann auf einmal und dann tut es weh. Ich habe auch öfters dadurch das Gefühl, das ich mich selber nie wirklich gefunden habe. Ich fühle mich dann leer und ohne jegliche Gefühle, aber mein Therapeut meinte damals, wenn ich ohne Gefühl wäre könnte ich nicht so oft weinen.
Träume! Hast du denn welche? Und vielleicht ist ja auch dein Fehler, daß du dich über das Urteil anderer Leute deinen "Wert" bemißt?! Das macht abhängig. Wenn du es durch die Erziehung deiner Mutter schon sehr verinnerlicht hast, wird es schon eine Weile dauern, es abzulegen.
"Er fragte, warum die Menschen traurig sind." Das ist einfach ", sagt der Alte." Sie sind die Gefangenen ihrer persönlichen Geschichte. Jeder glaubt, dass das Hauptziel im Leben, einen Plan zu folgen ist. Sie fragen nie, ob dieser Plan von ihnen oder von einer anderen Person erstellt wurde. Sie sammeln Erfahrungen, Erinnerungen, Dinge, die Ideen anderer Leute, und es ist mehr, als sie möglicherweise mit bewältigen können. Und das ist, warum sie ihre Träume vergessen. "
Paulo Coelho
P.S.: Es sich von der Seele schreiben ist doch eine ganz gute Idee. Und im Gegensatz zu vielen anderen bin ich der Meinung, es darf auch mal ordentlich "gejammert" werden. ;-)
@mooning, danke werde ich mir durchlesen.
@Alpha: Ich war schon 12 Wochen in einer psychosomatischen Klinik, habe danach auch noch Therapie gemacht, sogar mit Hypnsosetherapie. Wegen Depris und Kindheitsaufarbeitung. Nur hin und wieder bricht es dann mal wieder durch. Meistens wenn ich kurzhintereinander so Situationen habe. Dann bin ich mal wieder in diesem Strudel. Ich weiß auch das es mal aufhört sich zu drehen, aber in dem Moment muss ich das irgendwie los werden. Da ich alleine lebe, müsst ihr dafür herhalten...zwinker. Wenn ich das dann nicht los werde, habe ich das Gefühl daran zu ersticken.
Danke!
Na, um da gleich von einer Depression zu sprechen fehlt mir da aber noch ne ganze Menge - ich sehe da eher ein Problem in puncto Selbstwertgefühl.
So wie ich das lese wurde Dir von Kindesbeinen an vermittelt, dass Du eh nix auf die Reihe bekommst - etwaige Erfolge wurden vermutlich auch nie gesehen, geschweige denn honoriert.
Somit kein Wunder, dass Du heute so von Selbstzweifeln zerfressen wirst.
Mein Tipp an Dich: Suche Dir Unterstützung in Form einer therapeutischen Begleitung.
Ein Be-und Verarbeiten dieser Thematik ist machbar und die Chancen, dass Du gestärkt daraus hervorgehen wirst, ist sehr hoch.
Pack es an! Kopf in den Sand stecken kann jeder - fange an für Dich zu kämpfen - tust Du es nicht, hast Du bereits verloren.