Welche Krankheit ist das?
Meine Mutter, 62, hat seit etwa 3 Jahren eine Krankheit, die sich schleichend entwickelt hat. Teilweise ist sie vergesslicher geworden, daher dachte ich, es sei vielleicht eine Form von Alzheimer. Teilweise hat sie aber ganz eigenartige Verhaltensweisen, bei denen ich eher auf eine andere Störung im Gehirn tippe.
Die einfachsten Arbeiten im Haushalt machen ihr Schwierigkeiten. Je einfacher der Handlungsablauf, desto mehr bedeutet es Stress für sie. Dann überlegt sie oft länger, und löst dann das "Problem" (welches für den gesunden Menschen gar keines ist) dann oft auf "unkonventionelle" Weise.
Beispiel 1: sie Verzweifelt an der Tätigkeit des Einfüllens des Wassers von der Kaffeekanne in die Kaffeemaschine.
Manchmal behauptet sie, sie würde schlecht sehen und habe ihre Brille nicht dabei.
Dann aber, mit Brille, besteht das Problem trotzdem.
Beispiel 2: Sie gibt die Messer mit der Klinge nach oben (!) in den Abtropfständer
Beispiel 3: Das Bettenmachen wird für sie zur hochkomplexen Angelegenheit. Das was man normalerweise mit zwei Handgriffen erledigt hat, wird bei ihr zur umfangreichen Tüfteilei, wobei sie überlegt, wie sie die Bettwäsche am besten zusammen legen könnte.
Beispiel 4: Die Mülltrennung in Papier, Plastik, Restmüll etc. war früher nie ein Problem für sie. Jetzt aber wirft sie oft das Plastik zum Papier und es fällt ihr gar nicht auf.
Beispiel 5: Gläser stellt sie oft knapp an die Tischkante, gerade so, dass man sie beim Vorbeigehen umstoßen könnte.
Beispiel 6: Das Bügeln einer Bluse dauert fast 15 Minuten. Sie bügelt die Bluse zuerst innen, dann wendet sie sie und bügelt sie außen. Dabei geht sie fast schon akribisch vor.
Ich sage dann immer zu ihr: Mutter, vielen Dank, das genügt schon!
Wenn man sie auf ihre Fehler hinweist, guckt sie mit großen Augen, als ob der Weihnachtsmann vor ihr stünde.
Kennt jemand von euch diese Symptome? Welcher Arzt wäre dafür der richtige Ansprechpartner?
In manchen Bereichen hat sie auch die Symptome eines Messies. Ob das nun zwei separate Erkrankungen sind oder ob da mehrere Effekte zusammen wirken, ist mir nicht klar.
Patientendaten
Geschlecht: weiblich
Gewicht: 58,0 kg
Größe: 150,0 cm