Gleichberechtigung

Suzi_mooning

Frage gestellt am
16.12.2025 um 21:31

Hallöchen,

ich arbeite im Sozialen Bildungsbereich mit abgeschlossenem Studium.
Nebenbei mache ich mir Gedanken darüber, wie männliche Kollegen es schaffen, mit teils weniger Bildung und schlechteren Alternativmöglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt mehr Geld für weniger Intelligenz und Potential beim Chef oder der Chefin in echt durchsetzen können. Nicht, dass ich neidisch wäre, mache mir eher Sorgen, um das Ausnutzen der Frauen, die in echt was drauf haben.
Der derzeitig stellvertretene Schulleiter ist im Rentenmodus, vermeidet jegliche Streitgespräche. Aber nur bei Männern, den Frauen wird nur was zusätzlich aufgedrückt. Die werden quasi ausgenutzt. Ich habe vor, das zu ändern.
Darüber steht Chefin, darüber Chefs.

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4 Antworten:

Suzi_mooning

19.12.2025 21:16

Vom Frage-Steller selbst

Vielen lieben Dank für Ihre ausführliche Antwort und weiterführende Fragen dazu.

Vllt. fällt dem einen oder der anderen was dazu ein. Würde mich freuen.

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sanego Team
Benutzerbild von sanego Team
19.12.2025 08:29

Liebe Community,

@Suzi_mooning: vielen Dank für den offenen Beitrag und die ehrliche Schilderung. Solche Erfahrungen anzusprechen, braucht Mut – und genau dafür ist ein Forum da, das sich mit Gesundheit im ganzheitlichen Sinne beschäftigt.

Das Thema ist zudem sehr aktuell und wurde erst vor wenigen Tagen von der Tagesschau wieder aufgegriffen.

Gesundheit beschränkt sich ja nicht nur auf Diagnosen, Medikamente oder Therapien. Sie umfasst genauso die psychische Stabilität, soziale Sicherheit und finanzielle Rahmenbedingungen. Der Gender Pay Gap ist in Deutschland inzwischen gut belegt und hat nachweislich Auswirkungen auf die Gesundheit von Frauen – mental, körperlich und langfristig auch sozial.

Dass angemerkt wurde, das Thema passe nicht in ein Gesundheitsforum, ist nachvollziehbar, uns allerdings zu eng definiert. Als Gesundheitsplattform möchten wir bewusst Raum für solche Zusammenhänge schaffen, denn sie betreffen viele Menschen unmittelbar.

In Deutschland verdienen Frauen im Durchschnitt weiterhin weniger als Männer. Diese Einkommenslücke ist kein rein „ökonomisches“ Problem, sondern wirkt sich auf mehreren Ebenen aus:

1. Psychische Belastung und Stress
Erlebte Ungerechtigkeit, fehlende Anerkennung und finanzielle Unsicherheit erhöhen nachweislich das Stressniveau. Dauerstress gilt als Risikofaktor für Depressionen, Angststörungen, Schlafprobleme und psychosomatische Beschwerden.

2. Doppelbelastung durch Erwerbs- und Care-Arbeit
Frauen übernehmen in Deutschland weiterhin den Großteil unbezahlter Sorgearbeit (Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen). Diese Doppelbelastung führt häufig zu chronischer Erschöpfung, Zeitdruck und dem Gefühl, „nie genug leisten zu können“.

3. Auswirkungen auf Gesundheitsversorgung
Ein geringeres Einkommen bedeutet weniger finanzielle Spielräume – etwa für Zusatzleistungen, private Therapien, Präventionsangebote oder längere Auszeiten zur Regeneration. Auch wenn die medizinische Grundversorgung abgesichert ist, zeigen Studien, dass finanzielle Ressourcen die Gesundheitschancen beeinflussen.

4. Langfristige Folgen: Rentenlücke und Altersarmut
Teilzeit, Erwerbsunterbrechungen und niedrigere Löhne führen zu deutlich geringeren Rentenansprüchen. Altersarmut ist wiederum eng mit schlechterer Gesundheit, höherer Krankheitslast und geringerer Lebensqualität verbunden.

Diese Zusammenhänge werden u. a. von Destatis, der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und der Bundesstiftung Gleichstellung beschrieben. In diesem Kontext spricht man auch vom sogenannten Gender Health Gap – also systematischen Unterschieden in Gesundheitschancen zwischen den Geschlechtern, die unter anderem durch ungleiche Ressourcenverteilung entstehen.

Was in der Frage geschildert wird – unterschiedliche Erwartungen an Männer und Frauen, zusätzliche Aufgaben „nach unten durchreichen“, Konfliktvermeidung gegenüber Männern – sind Muster, die viele aus dem sozialen, pädagogischen und pflegerischen Bereich kennen. Gerade diese Branchen sind in Deutschland strukturell schlechter bezahlt, obwohl sie gesellschaftlich essenziell sind.

@Suzi_mooning: Dass du dir darüber Gedanken machst und etwas verändern möchtest, ist legitim. Gleichzeitig ist es verständlich, dass solche Situationen auch emotional belasten und langfristig an die Substanz gehen können.

Uns würde daher interessieren:

Haben andere hier ähnliche Erfahrungen gemacht – im sozialen Bereich oder auch in anderen Branchen?

Was hat euch geholfen, mit dieser Belastung umzugehen?

Gab es Strategien, Gespräche oder Strukturen, die tatsächlich etwas verändert haben?

Wo seht ihr Grenzen zwischen persönlichem Engagement und Selbstschutz?

Gesundheit entsteht nicht im luftleeren Raum. Arbeitsbedingungen, Bezahlung, Anerkennung und Machtverhältnisse wirken täglich auf Körper und Psyche ein. Genau deshalb hat dieses Thema hier seinen Platz.

Links zu weiterführenden Informationen zu dem Thema findet ihr hier:

https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Verdienste/Verdienste-GenderPayGap/_inhalt.html

https://www.antidiskriminierungsstelle.de/DE/ueber-diskriminierung/lebensbereiche/arbeitsleben/gleichbehandlung-der-geschlechter/gleichbehandlung-der-geschlechter.html

https://www.rki.de/DE/Institut/Organisation/Abteilungen/Abteilung-2/abt2-epidemiologie-und-gesundheitsmonitoring-node.html

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/arbeitsmarkt/gender-pay-gap-lohnluecke-frauen-100.html


Euer sanego - Team

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Suzi_mooning

18.12.2025 21:43

Vom Frage-Steller selbst

Lieber iww, ich frage nicht den Arzt oder Apotheker und auch nicht dich! Diese Frage stellte ich in einem Gesundheitsforum mit usern, die nicht nur aus dir bestehen. Wenn du dich persönlich angegriffen fühlst, dann husch, husch. Nicht der Fall. Würde mich über hilfreiche Antworten freuen.

Klack :-D Da ist mir aus Versehen dein Daumen nach unten gefallen. Führe ich fort, bis du was feststellst.

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ich wills wis…
Benutzerbild von ich wills wissen
18.12.2025 12:25

Diese Frage passt icht ins Forum!

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