Social Media Verbot für Kinder unter 16

DrDan

Frage gestellt am
10.12.2025 um 10:21

In Australien greift heute das Social Media Verbot für alle unter 16, das dort vor einem Jahr beschlossen wurde: https://www.tagesschau.de/ausland/ozeanien/social-media-verbot-australien-in-kraft-100.html

Mich wundert es ohnehin, dass die Betreiber die Altersgrenzen nicht früher schon durchsetzen mussten - weltweit. Beim Anmelden auf diesen Plattformen muss man zumindest in Deutschland bestätigen, dass man über 13 ist. Aber vermutlich musste man nur mit einem Klick bestätigen, dass man alt genug ist und das wurde dann nicht weiter kontrolliert.

Ich persönlich finde es nicht schlecht und fände es gut, wenn die australische Regelung auch bei uns eingeführt werden würde. Die Jugendlichen kommen früh genug im Leben mit toxischen Umfeldern in Berührung und Social Media ist für mich vor allem das. Für die mentale Gesundheit ist es sicher förderlich, Social Media zu blocken. Und wer weniger Zeit am Bildschirm verbringt, hat eventuell auch mehr Zeit für körperliche Gesundheit.
Aber ich verstehe auch, dass den Jugendlichen etwas fehlt und dass Social Media mittlerweile für viele Jugendbewegungen wichtig ist.

Was denkt ihr darüber?

Patientendaten

Eingetragen durch: Patient
Bewerten: 0x Negative Bewertungen 3x Positive Bewertungen
Missbrauch melden

Antworten

Formatier-Optionen

Bitte bestätigen Sie die Sicherheitsabfrage * Helfen Sie uns Spam einzudämmen

3 Antworten:

Suzi_mooning

14.12.2025 19:47

Heute gab es auf Pro7 die Sendung: "Jenke, nicht ohne mein Handy" (Gibt es sicher noch online im Stream)
Meine vorherige Antwort war zu spontan und unüberlegt.
In der Sendung, die Handy- und Social_Media_Sucht auch mit psychologischen Experimenten unter die Lupe nahm, zeigt alles auf, was jeder von uns vermutet(e).
Allein die Anwesenheit des Gerätes lenkt ab, lässt die Konzentration sinken. Selbst Erwachsene geben ferngesteuert der Versuchung nach, die von FB, Tiktok usw. gewollt sind, dh. die Seiten sind so programmiert, dass dem user quasi eine Sucht aufgedrängt wird, ohne es zu wollen. Ein ehemaliger Googlemitarbeiter stieg deswegen aus.
Ich finde es gut, dass Australien bzgl. Soziale Medien Verbot Vorreiter ist. Aber wie umsetzen, wenn die Betreiber sich nicht an eigene Regeln halten?
Im Übrigen ist selbst Dänemark zurückgerudert und schaut man sich Nachbarländer an, ist Deutschland mal wieder träge ... was Gesetzesänderungen angeht.
Schlimm finde ich auch das 16x irgendwie Bildungssystem. Fakt ist, Jugendliche müssen lernen, richtig damit umzugehen, die Eltern machen es aber nicht richtig vor, die Schule sollte Schutzraum sein, kann es aufgrund fehlender Gesetze aber nicht wirklich umsetzen.
In der Doku (und anderen) wird deutlich, dass Dopamin im Spiel ist. Kinder wie Erwachsene fallen auf den "Werbetrick" rein. Sie wollen Dopamin und stumpfen insgesamt ab, wenn es um normale Dopamine geht, die werden nicht mehr gespürt.

Ja, Bewegungsmangel, Konzentrationsstörungen, psychische Störungen, vermutlich auch i-wann mehr Unfälle durchs Handyglotzen, Handynacken, Verrohlichung= mir egal-Resignation durch Abstumpfung und keine Wertschätzung der wirklichen Welt mit natürlichen Dopaminen..

Bewerten: 0x Negative Bewertungen 0x Positive Bewertungen
Missbrauch melden
Suzi_mooning

12.12.2025 19:55

Top-Frage! Danke dafür.

Selbstverständlich bin ich für Freiheit, Demokratie, freie Meinungsäußerung. Aber wenn junge Leute manipuliert werden, ob nun politisch oder indoktriniert/missbraucht werden oder einfach vom gewollten Dopaminschub abhängig sind/werden, insgesamt werden sie wie bei Werbung für i-was einfach hineingezogen, woran andere, Ältere verdienen bzw. zu eigenen Zwecken trainiert werden. Allgemein ausgedrückt.
Beispielhaft formuliert: Mein Sohn wird 22. Mit 13 hatte er ungefragt Facebookaccount. Er sah bei mir (auf Abstand, nicht beigebracht), wie man Fakemail erstellt und einfach mit Angaben lügt. Damals war er 13, somit nicht für Facebook zugelassen laut deren Bedingungen. Als mir täglich 10€ vom Konto abgebucht wurden, wurde ich stutzig. Kurz: Wir beide hatten prepaidkarte, auf Nachfrage hin, schob mir der Anbieter zu, ich würde mit Zweitkarte selbst Spielezubehör über Drittanbieter Bokugames kaufen per sms. Mein Sohn löschte auch diesbezügliche sms. Da hilft nur Drittanbietersperre beim Netzbetreiber! Facebook interessierte nicht, dass er erst 13 war. Meldete auch seine Kumpels an FB. Interessierte FB auch nicht, keine Reaktion. Ich hatte nur Glück, dass der Spielebetreiber (Bokugames) deutsch sprach und sofort auf meinen Anruf hin das Abo von meinem Sohn löschte.
Holte mir Hilfe bei der Verbraucherzentrale. Die sagten mir, dass im Standardfall der Drittanbieter im Ausland ansässig sei, man also aus einem Abo nicht raus käme, also auf Dauer zahlungsunfähig würde, per Lastschrift auf 2 Jahres Vertrag bessere Chancen hätte, zurückzuholen. Drittanbietersperre beim Netzbetreiber ist einzige Lösung. Parkplatzgebühren kann man dann aber nicht mehr bezahlen, weil Drittanbieter. Nehme ich gerne in Kauf. Kurzum: Solch Abo kann und soll die Eltern finanziell ruinieren!
Ich verließ Facebook, weil ich (neben Halsabschneiderei, Bombardierung von Trojanern und Spielefreunden, die einen auf Rechte Seiten lenkten) Manipulation nicht nur spürte, sondern mich arg bedrängt fühlte (insbesondere von FB aufgedrängtem Müll.) . Da half auch kein facebookpurity-Aussortieraddon, weil FB kein Interesse daran hat. Und ich bin erwachsen. FB interessiert nur Aktivität mit Dollars, egal wer es ist. Fb hat sogar Mechanismus zum triggern (da gab es Tests, was passiert, wenn), nach dem Motto: wer bleibt noch. Der user interessiert nicht, nur das Geld.
Trump nutzt x, Twitter zur Beeinflussung.
Instagramm setzt auf Bilder und Selbstdarstellung.
Tiktok das schlimmste Übel= die Antwort aus Asien.
Bei der Jugend heute ist FB weniger interessant, die tummeln sich auf Insta und Tiktok

Ich bin für Sozial-Media-Verbot bis 18, weil es den jungen Menschen nicht gut tut, den älteren auch nicht.
Wie kann man das umsetzen, wenn die Betreiber nur Geld riechen?

Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass es den jungen Menschen besser gehen würde, wenn Sie zb das Handy beiseite lägen.

Jeden Tag kämpfe ich mit Jugendlichen, die entweder mit handy im Weg stehen oder mit Handy nichts anderes mitbekommen.

Bewerten: 0x Negative Bewertungen 0x Positive Bewertungen
Missbrauch melden
petronilla
Benutzerbild von petronilla
10.12.2025 13:33

Das ist wirklich ein schwieriges Thema.
What´s App ist ja ebenfalls für unter 16-jährige in Australien verboten.
Um mal ehrlich zu sein, die Jugendlichen hängen schon sehr viel an ihren Smartphones und benutzen auch vor allem social media-Dienste. Ganz schlimm ist es, wenn es dazu führt, dass andere Schüler gemobbt werden. Ich glaube, dass das das Hauptübel ist.
Wie Du bereits geschrieben hast, könnten die jungen Leute mit ihrer Zeit sehr viel anderes anfangen. Wo sind die gemeinsamen Treffen z.B. zum Musizieren oder nur mal so kurz Sport zu machen oder sich einfach nur mal so zu treffen, geblieben? All dies bleibt auf der Strecke. Es gibt kaum noch diese schönen Treffen.
Die Leistungen in der Schule lassen großteils auch wegen dieser intensiven Nutzung dieser Medien gewaltig nach.
Zum Glück hatte ich dieses Problem mit meinen beiden Kindern noch nicht. Es war ja auch eine Generation zuvor.
Meine Enkelin gehört dieser Generation an, ist mittlerweile aber schon 19. Soviel ich weiß und mitbekommen habe, gab es jedoch keine größeren Probleme in dieser Hinsicht. Aber das ist auch sehr abhängig davon, wieviel sich die Eltern um ihre Kinder kümmern, und wie das
Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Kinder ist.
Gerade in der Großstadt könnte ich mir vorstellen, dass social media bei den Jugendlichen eine große Rolle spielt.
So ganz verbieten, ich weiß nicht recht. Ganz wichtig wäre vor allen Dingen, dass die Eltern ihren Kindern mehr Aufmerksamkeit widmen, auch wenn die Zeit noch so knapp ist.
Wenn die Nutzung von social media für unter 16-jährige nicht verboten werden soll, so müssten sich aber auch die Eltern mehr einbringen, was in manchen Familien sehr schwer ist.
Abesolut einverstanden wäre ich damit, dass zumindest in der Schule social media verboten wird. Nach dem Unterricht ist dieses Medium häufig sehr praktisch, z.B. wenn eine Unterrichtsstunde ausfällt, oder die U-Bahn mal nicht geht, dann schnell bei Mama anrufen.
An vielen Schulen ist es allerdings schon genau so, wie ich gehört habe.

Bewerten: 0x Negative Bewertungen 2x Positive Bewertungen
Missbrauch melden
[]