Thementag: Depressionen im Herbst – kennt ihr das?

Benutzer gelöscht?

Frage gestellt am
29.09.2025 um 08:26

Hallo ihr Lieben,

der Herbst ist für viele eine schöne Zeit – mit buntem Laub, gemütlichen Abenden und warmem Tee. Doch gleichzeitig ist er auch eine Jahreszeit, in der sich viele Menschen spürbar schlechter fühlen.
Die Tage werden kürzer, das Licht verschwindet, die Energie lässt nach – und bei manchen zeigen sich depressive Symptome oder schon bekannte Depressionen verschlimmern sich.

Wie geht es euch im Herbst?
Kennt ihr diese Stimmungstiefs – oder sogar richtige depressive Phasen?
Und was hilft euch, durch diese Zeit zu kommen?

Warum verschlechtern sich Depressionen im Herbst?

Es gibt verschiedene Gründe, warum gerade der Herbst psychisch herausfordernd sein kann:

Weniger Tageslicht: Das beeinflusst die Produktion von Melatonin (macht müde) und Serotonin (macht wach und ausgeglichen)

Kürzere Tage, längere Nächte: Das kann zu einem Gefühl von Antriebslosigkeit und Traurigkeit führen

Weniger Bewegung & Sozialkontakte: Man ist öfter drinnen, zieht sich zurück

Wetterumschwung: Grau, nass, kalt – schlägt vielen auf die Stimmung

Beginn der dunklen Jahreszeit: Für manche ist es der Auftakt in eine Zeit, in der es „gefühlt nie richtig hell“ wird

Welche Symptome treten im Herbst häufiger auf?

Antriebslosigkeit, Müdigkeit

Gereiztheit oder Niedergeschlagenheit

Rückzug aus dem sozialen Leben

Schlafstörungen

Konzentrationsprobleme

Verlust von Freude an Dingen, die sonst gut tun

Erhöhtes Bedürfnis nach Schlaf & Süßem

Körperliche Beschwerden ohne klare Ursache

Kennt ihr solche Symptome von euch selbst?
Oder beobachtet ihr sie bei Angehörigen oder Freunden?

Was hilft im Herbst gegen depressive Verstimmungen?

Es gibt viele kleine und größere Dinge, die helfen können – auch wenn sie nicht bei allen gleich wirken:

Tageslicht nutzen – möglichst viel draußen sein, v. a. vormittags

Lichttherapie mit speziellen Lampen (nach Rücksprache mit Arzt/Ärztin)

Bewegung – auch bei schlechtem Wetter, am besten an der frischen Luft

Struktur & Routinen im Alltag schaffen

Wärmende, nährstoffreiche Ernährung

Soziale Kontakte pflegen – auch wenn es schwerfällt

Gespräche führen – mit vertrauten Menschen oder Fachpersonen

Professionelle Hilfe suchen, wenn es nicht mehr allein geht


Wie erlebt ihr den Herbst emotional?

Habt ihr selbst mit Herbstdepressionen oder saisonalen Stimmungstiefs zu tun?

Was hilft euch in dieser Zeit – habt ihr Tipps oder Routinen, die ihr teilen möchtet?

Kennt ihr jemanden, der sich im Herbst spürbar verändert – und wie geht ihr damit um?

Lasst uns offen und achtsam über dieses Thema sprechen. Denn Depressionen sind nichts, wofür man sich schämen muss – und schon gar nicht saisonale Veränderungen, die viele betreffen.

Eure Erfahrungen können Mut machen – oder einfach zeigen: Du bist nicht allein.

Mit freundlichen Grüßen

Tanja S
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3 Antworten:

joachim999

29.09.2025 15:00

Winterdepressionen sind schlimm und dauern meist von Oktober bis Februar. Gegen Ende sind sie am Schlimmsten.

Lichttherapie und Sonnenbank haben mir sehr geholfen. Dadurch kann man den Koerper austricksen, so dass dieser meint, es waere Sommer.

Jeder reagiert anders - aber ich kann jedem die Lichttherapie sehr empfehlen.

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petronilla
Benutzerbild von petronilla
29.09.2025 13:46

Mir ist da noch etwas eingefallen, was evtl. dazu beitragen kann, aufkommende Depressionen gerade im Herbst in "die Schranken zu weisen."
Was ganz gut hilft, das ist das "Autogene Training". Die Volkhochschulen bieten solche Kurse an.
Folgende Entspannungsübung, und zwar die "Muskelentspannung nach Jacobsen" ist einfacher zu erlernen und auch gut selbst zu Hause durchzuführen. Es gibt hierzu sogar eine Anleitung im Internet. Das wären so zwei Methoden, die bei Depressionen, aber auch bei Schmerzen gut helfen können.
Ganz gut finde ich, wenn man sich für jeden Tag etwas vornimmt.
Auch ich schlafe öfter mal gar nicht gut. Vielleicht liegt´s am Herbst? Keine Ahnung. Auf jeden Fall nehme ich das nicht so ernst und sage mir, ich habe ja Zeit, um mich dann mal untertags, z.B. nach dem Mittagessen auszuruhen oder auch mal im Fernsehsessel ein kurzes Schläfchen einzusagen. Der Körper holt sich schon den Schlaf, den er braucht.
Meine Devise ist immer: Nur nicht verrückt machen und "Da muss ich /müssen wir durch."
In den 2 Jahren, in denen unser Sohn an Lymphknotenkrebs erkrankt war und alle Therapien, die es gibt bis hin zur Stammzelltransplantation, durchmachte, sagte ich auch immer: Da müssen wir jetzt durch,und zum Sohn: Du schaffst es. Und er hat es geschafft. Meine Zuversicht hatte ihm damals sicher geholfen, das alles durchzustehen und auch wieder gesund zu werden.

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petronilla
Benutzerbild von petronilla
29.09.2025 10:38

Hallo,
ich selbst gehöre eher zu der Kategorie, die dunklen und kühlen Tage dazu zu nutzen, es sich zu Hause gemütlich zu machen. Ich genieße einfach jede Jahreszeit, so wie sie ist. Aber hierzu eine kleine Vorgeschichte: Ich weiß sehr wohl, was Depressionen sind, und zwar nach meiner 2. Schwangerschaft. Allerdings werden das nun schon 47 Jahre. Damals hatte ich ganz fürchterliche Depressionen, obwohl kein Anlass dafür bestanden hätte. Mein Kind war schließlich gesund, und mir ging es körperlich auch gut. Ich musste mich jeden Tag dazu zwingen in der Frühe aufzustehen. Ich ging dann sogar zu einer Psychologin. Nach einiger Zeit, so ungefähr einem halben Jahr, sagte ich mir: Monika hilf dir selbst, sonst hilft dir keiner. So geht das nicht weiter, Du hast 2 gesunde Kinder, einen netten Mann, musst für deine Familie sorgen, also reiß dich am Riemen. Und das tat ich von heute auf morgen. Ich weiß noch genau, als wir an dem Tag, an dem ich mir das so fest vorgenommen hatte, auf ein Volksfest gingen. Dort genoss ich einfach alles, die ganze Atmosphäre. Und was soll ich sagen, es war wie ein Wunder. Ich brauchte keine Antidepressiva mehr, und habe bis heute auch keine mehr gebraucht. Aber damals war ich halt noch ziemlich jung und hatte die Kraft dazu. Ich habe eine nette Familie, das ist auch sehr wichtig.
Und mein Mann ist ein sehr verständnisvoller Mensch, was damals auch sehr ausschlaggebend war, und mit dem ich alles besprechen konnte und noch immer kann. Nur so konnten wir gemeinsam so einige schlimme Schicksale meistern, z.B. die zweimalige Krebserkrankung unseres Sohnes in seiner Jugend und dann vor 8 Jahren der plötzliche Unfalltod unseres Sohnes.
Aber nochmal zum Herbst. Natürlich kommen auch mir in diesen dunklen Tagen öfter als sonst mal miese Gedanken, vor allem weil das Leben doch endlich ist. Aber zum Glück habe ich immer noch die Kraft, diese Gedanken wieder schnell beiseite zu schieben. Was mir dabei hilft, wenn die Laune mal nicht so gut ist, das sind die sozialen Kontakte. Bei schlechtem Wetter lade ich gerne Freunde ein, oder wir fahren und besuchen Freunde. Auch längere Telefonate sind an der Tagesordnung. Und besonders wichtig erachte ich es, dass man sich täglich körperlich betätigt soweit es geht. Bei mir ist es mein E-Bike, auf das ich auf keinen Fall verzichten möchte. Frischer Wind um die Nase tut gut.

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