Thementag: Kleine Kinder, kleine Sorgen-große Kinder, große Sorgen

Thementage
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Frage gestellt am
25.07.2025 um 10:08

Hallo zusammen,

bevor das Wochenende startet möchte ich mit euch den folgenden Spruch diskutieren:

Kleine Kinder, kleine Sorgen-große Kinder, große Sorgen.

Ein Spruch, den viele Eltern kennen – und manche mit einem müden Lächeln bestätigen. Doch was ist wirklich dran?

Als die Kinder klein waren, drehte sich vieles um volle Windeln, durchwachte Nächte und den ersten Kita-Tag. Sorgen? Ja – aber irgendwie überschaubar. Ein Pflaster half bei aufgeschlagenen Knien, ein tröstender Arm bei Kummer. Man konnte vieles noch „reparieren“.

Doch je älter die Kinder werden, desto komplexer werden auch die Sorgen. Schulprobleme, Freundschaften, die zerbrechen, Liebeskummer, erste Grenzerfahrungen mit Alkohol oder Druck in sozialen Medien – plötzlich ist da vieles, das Eltern nicht mehr einfach lösen können. Und oft auch nicht mehr mitbekommen. Die Kinder werden zu Jugendlichen, die ihre eigenen Wege gehen – und manchmal auch ihre eigenen Krisen durchleben.

War für euch als Elternteil die Säuglingszeit am schwierigsten oder eher die pubertäre Phase?
Selbst wenn die Kinder erwachsen sind, vergehen meiner Meinung nach die Sorgen nie.


Habt ihr den Spruch schon mal so empfunden – oder seht ihr es ganz anders?

Welche „großen Sorgen“ habt ihr heute, von denen ihr früher keine Ahnung hattet?

Und was hilft euch, mit diesen Sorgen umzugehen?

Ich wünsche euch einen guten Start in das kommende Wochenende.

Mit freundlichen Grüßen

Tanja S
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4 Antworten:

petronilla
Benutzerbild von petronilla
26.07.2025 20:24

Hier bin ich nochmal. Nachdem meine Vorschreiberinnen auch so deutlich auf die Probleme und Ängste eingegangen sind, die man mit seinem Nachwuchs haben kann, werde ich es auch tun. Wie schon unten erwähnt, war mein Sohn ein absolut ruhiges, braves Baby und auch Kind bis zu seiner Pubertät. Angestellt hat er zwar nichts, aber das andere was ich nun erwähnen werde, langt schon. Frech bis zum geht nicht mehr, und das immer, wenn mein Mann nicht da war. Dann ging eines Tages das Klettern los. Dazu hatte ihn ein Klassenkamerad gebracht. Ich kam beispielsweise abends von meiner Arbeit heim, und wer war nicht da.... Wo war er wieder? Beim Klettern. Hausaufgaben in der Nacht.
Dann kam es ganz dick, dicker geht es wohl kaum: Kurz vor seinem 17. Geburtstag erkrankte er an Lymphknotenkrebs. Es folgten Chemo, Bestrahlungen, Schule 11. Klasse so nebenher mitgezogen. Und zwischen den einzelnen Chemo-Blöcken ist er zum Klettern gegangen. Ich bestand nur noch aus Angst.
Die Erstbehandlung war abgeschlossen, und 3 Monate später kam der Rückfall. Wieder Chemo, nur viel stärker, Bestrahlungen und dann noch eine Hochdosischemotherapie mit anschließender autologer Stammzelltransplantation. Er hatte während dieser Rückfallbehandlung 1 Jahr mit der Schule ausgesetzt. Ich durfte mir meine Angst natürlich nicht anmerken lassen, vor allem bei ihm nicht, im Gegenteil, ich habe ihn immer wieder aufgebaut, wenn er mal zwischendurch ganz unten war. Nun war er hoffentlich geheilt - war er auch. Hierzu muss ich noch erwähnen, dass die Angst bei mir noch größer wurde, als die Behandlung beendet war. Er musste regelmäßig zur Nachuntersuchung. Und da hatte verständlicherweise die gesamte Familie Angst, dass wieder ein Rückfall da wäre, den er vermutlich nicht überleben würde. Er machte noch seine letzten 2 Jahre Schule und studierte anschließend Medizin. Aber was ich in den letzten 2 Jahren Schule mitmachte und Angst hatte, wünsche ich niemandem: Angst, er würde sich übernehmen und wieder krank werden, wenn er abends lang nicht heimkam, wieder Angst, Hausaufgaben und Vorbereitung für die Schule wieder in der Nacht. Dann nicht genug damit, wieder Sport ohne Ende. Als er dann nach dem Abi zum Studium ging und vom Studentenwerk ein kleines Apartment bezog, dachte ich mir: Alles was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Was Schule und Studium anbelangt, hatte es übrigens nie Probleme gegeben. Er hatte inzwischen eine Freundin, die ein Apartment über ihm hatte. Da machte ich mir einfach weniger Sorgen. Nun hatte er ja nicht mehr so viel Zeit für seine Kletterei und fürs Ausgehen, was er wohl auch kaum mehr tat. Aber nun kam etwas anderes: Die Freundin war auch so abenteuerlustig wie er. In den Semesterferien ging es auf Tour wenn nicht gerade ein Praktikum anstand, mal nach Südamerika, mal nach Fernost usw. Geld hierzu hatte er sich durch Jobben verdient und von Oma bekommen. Was er jedoch mittlerweile tat, war, mir täglich eine E-mail von diesen Fernreisen zukommen zu lassen. Da wusste ich, er lebt noch. Dann lernte er seine Frau kennen, auch eine Ärztin. Damit war er erstmal aufgehoben. Die war nicht so abenteuerlustig wie die Vorgängerin. Ich hatte praktisch viele Jahre immer nur Angst um ihn gehabt. Und dann: Es war nicht einmal eine Klettertour, sondern nur eine "Wanderung" mit 2 Kollegen ,allerdings auf 2500 m Höhe und im Winter. Ein Stolpern, Ausrutschen, Absturz 300 m auf einen Felsen, tödliche Kopfverletzungen.

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Nastja

25.07.2025 21:33

Hallo

Früher hatte ich immer Angst vor einer schlimmen Krankheit und das mein Sohn etwas passiert
Jetzt ist er verheiratet, ist 37 Jahre alt und wohnt 100 km von mir entfernt.
Er hat dort eine Familie, die Mutter der Frau wohnt im gleichen Haus, ebenso der Bruder von ihr.
Da weiß ich,es ist immer jemand da, wenn er Hilfe braucht, mich hat er ganz vergessen, und wir sehen uns leider selten.
Trotzdem habe ich immer noch Angst das ihm was passiert, gerade wo er sich jetzt ein kleines Wohnmobil gekauft hat .
Aber die Angst ist nicht mehr so stark wie früher und wenn ich von ihm nichts höre, bin ich beruhigt, dann weiß ich es ist alles okay.
Ich glaube als Mutter hat man sein Leben lang Angst um sein Kind -_-

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Benutzer gelöscht?

25.07.2025 21:15

Ich habe einen Sohn, der bis zum 11ten Lebensjahr eher pflegeleicht war. Kein Schreikind, immer lächelnd.
Er wurde lange nicht windelfrei, so ließ ich ihn nackig rumlaufen. Vom Balkon beobachtete ich, wie er mit seinem bobbycar mehrere Würste in den Teppich einarbeitete.
Er ist mal in der Karstadt Glas-Abteilung aus dem Kinderwagen gekrabbelt. Eine Verkäuferin fand ihn.
Mein Videorecorder schob die eingelegten videos immer wieder raus. Ich baute das Gerät auseinander und fand mehrere batterien.
Ich schenkte ihm mal Anhänger mit Karabinerhaken, eine Seite mit Temperatur, andere mit Kompass. In der Küche fragte ich ihn warum die Mikrowelle an sei. Keine Reaktion. Instinktiv drückte ich den Aus-knopf. Gegenüber war eine Gastherme. Der Anhänger hatte schon geknistert, hätte später Feuer gefangen.
Von meinem konto wurde mal täglich 10€ abgebucht, da mein sohn mit 12 spielzubehör für facebook über handy kaufte.
Vom 13. bis 19 Lebensjahr war er scheußlich. Baute Router ab, versteckte ihn, nachdem er mit der Zeitbegrenzung von kaspersky nicht klar kam. Schulische Probleme löste ich mit ihm gemeinsam.
Jetzt ist er 21 überaus selbstständig, raucht nicht, trinkt nicht, nimmt keine Drogen.

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petronilla
Benutzerbild von petronilla
25.07.2025 11:54

Hallo liebe Mütter, liebe Eltern,
alle von euch haben sicher schon erfahren, dass jedes Kind anders ist.
Ich habe 2 Kinder, und die waren grundverschieden. Beim ersten Kind habe ich die Säuglingszeit als äußerst anstrengend empfunden. Oft ist man einfach nur machtlos, wenn das Kind schreit. Aber mit diesem Kind hatte ich nie Probleme in der Pubertät.
Beim zweiten Kind war es genau umgekehrt. Es war ein absolut pflegeleichter Säugling, der so gut wie nie geschrieen hat und immer zufrieden war - ja, das gibt´s auch. Dafür war er sehr anstrengend während seiner Pubertätszeit. Da hatte ich oft ganz schön zu beißen. Jeder, der Kinder hat, kennt das ja. Es müssen nicht unbedingt Schulprobleme oder gar wie oben genannt andere große Probleme sein, aber der Umgangston, der kann schon ganz heftig sein. Aber auch das legt sich wieder.

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