Patchworkfamilien sind Familienformen, in denen Elternteile mit neuen Partnern zusammenleben, oft mit Kindern aus vorherigen Beziehungen. Diese Familienmodelle sind heute immer häufiger anzutreffen und spiegeln die Vielfalt moderner Lebensweisen wider.
Früher galten Patchworkfamilien oft als gesellschaftliche Ausnahme oder wurden stigmatisiert. Sie waren weniger akzeptiert, und es gab häufig Vorurteile gegenüber Alleinerziehenden oder Familien mit mehreren Partnern. Die gesellschaftliche Wahrnehmung war konservativer, und traditionelle Familienmodelle wurden als Norm angesehen.
Heute hat sich die Sichtweise deutlich gewandelt. Patchworkfamilien werden zunehmend anerkannt und als normale, moderne Familienform akzeptiert. Gesellschaftliche Strukturen, rechtliche Regelungen und gesellschaftliche Diskussionen haben dazu beigetragen, dass diese Familienmodelle mehr Unterstützung und Verständnis erfahren. Es wird immer mehr Wert auf Vielfalt, individuelle Lebensentwürfe und die Bedürfnisse aller Familienmitglieder gelegt.
Wie empfindet ihr Patchworkfamilien?
Welche Vor-und Nachteile gibt es eurer Meinung nach?
Manchmal ist es auch so, dass es in einer Ehe oder Partnerschaft nicht mehr funktioniert. Eine Bindung aufrecht zu erhalten, damit die Kinder nicht leiden, ist absolut nicht ratsam. Eine Zweckgemeinschaft gefüllt mit Anspannung und Streitereien ist für alle Beteiligten auch nicht gut. Kinder spüren es, wenn es absolut nicht mehr geht. Dann ist es manchmal besser die Eltern trennen sich. Es kommt dann allerdings darauf an wie die Eltern mit der Trennung umgehen. Findet jemand dann eine neue Partnerschaft ist es nicht leicht für Kinder sich daran zu gewöhnen. Wenn aber alles passt und alle friedlich miteinander sind, spüren Kinder, dass die Eltern glücklicher sind. Besser als ständig zu wissen und zu hören, dass die Eltern sich nur streiten, die Mutter vielleicht viel weint usw. Patchworkfamilien finde ich toll, auch wenn es ganz viel EInsatz braucht, damit alles läuft. Und da liegt es mit an den Erwachsenen wie die damit umgehen.
Hallo Suzi, Ich nehme an, meiner 1. Antwort ist deutlich zu entnehmen, was ich von Patchworkfamilien halte, nämlich gar nichts, sondern nur für den Fall wenn es gar nicht anders geht. Eine gutgehende Beziehung, in der sich die Kinder wohl fühlen, wird keine andere Lebensform ersetzen können. Es wird selten einfach sein, gerade wenn Kinder aus 2 verschiedenen Partnerschaften zusammen kommen. Es wird einfach viel zu wenig an die Kinder gedacht. Entschuldige bitte, wenn ich dich hier kritisieren muss, aber die Beziehungen auf Augenhöhe und gute Beziehungen sind hier doch in der Überzahl und nicht die Ausnahme. Zum Glück! Und wenn es denn in einer Beziehung nicht klappt, und alle Bemühungen nichts bringen, dann sollte man halt seine Konsequenzen ziehen. Schlechte Beziehungen und Egoisten wird es immer und überall geben. Ich wünsche noch ein schönes restliches Wochenende.
Hallo petronilla,
es war nicht meine Absicht, dich zu kränken oder den Status westdeutscher Frauen zu reduzieren. Im Gegenteil! Nicht wenige Männer in Ostdeutschland rennen dieser Ideologie nach, sind schlimmer als die westdeutschen Männer je waren. Angefangen mit Profilierung übers Auto bis hin zur Stigmatisierung Frau. Ich habe viele Jahre im sog. Westen nach Wiedervereinigung gelebt. Ich beschreibe nur meine Beobachtung im Vergleich zu vorher.
Mein Sohn kommt super klar, er differenziert, vergleicht mit eigenem Kopf, ohne sich einem Familienmitglied unterzuordnen. Er ist einfach er selbst!
Schön, wenn deine Beziehung auf Augenhöhe funktioniert. Das ist traumhaft, nicht Standard.
Zurück zur Frage, die du nicht beantwortet hast:
Wie empfindet ihr Patchworkfamilien?
Welche Vor-und Nachteile gibt es eurer Meinung nach?
Hallo Suzi,
da muss ich Dir vollkommen widersprechen.
Auch hier im Westen ist es nicht die Regel, dass der Mann allein in die Arbeit geht, und die Frau sich um Herd und Kinder kümmert. Das wäre schon wirtschaftlich bei den allermeisten Familien nicht möglich. Allein die Mieten sind hier so hoch, dass die Frau sich es nicht erlauben kann nicht zu arbeiten. Das mag vielleicht mal ganz früher so gewesen sein.
Üblich ist eine Partnerschaft auf Augenhöhe, egal ob nun die Frau "nur" in Teilzeit zur Arbeit geht, oder ganztags. Und in einer guten Partnerschaft ist es üblich, dass die Partner zusammenhelfen was auch die Arbeit im Haushalt und das Kümmern um die Kinder betrifft. Anders geht es auch nicht, denn die Frau kann nicht alles allein schultern. Eine gute Familie kann nur funktionieren, wenn weniger Egoismus im Spiel ist. Und genau das meinte ich in meiner Antwort in Bezug auf Patchworkfamilien.
Man kann auch zufrieden und glücklich leben, wenn man in jeder Beziehung etwas mehr auf seinen Partner eingeht. Und davon profitieren nicht nur wir Erwachsene, sondern auch unsere Kinder, die doch eine schöne Kindheit haben sollen.
Aber jeder, wie er es will.
Ich denke, Patchworkfamilien oä. sind heute eher die Regel als die Ausnahme. Die konservative Ansicht: Heirat, Kind, dann Familie: Mann geht arbeiten, Frau macht den Haushalt, steht am Herd, wartet auf Mann und erzieht Kinder ist noch im Westen Deutschlands weit vertreten. Im Osten sind Frauen selbstständiger und unabhängiger.
Ich selbst bin ein Paradebeispiel für höchste Selbstständigkeit und Unabhängigkeit. Ich mache alles, was ich kann durch einfaches Zugucken und Nachahmen. Selten hole ich mir Hilfe von außen. Potente Männer, die es in mein starkes Freiheitsgefilde schafften, landeten u.a. meist im Aus, weil sie das konservative Bild mit Forderungen (du musst dieses oder jenes tun, Eifersucht, Sexzwang, usw) bevorzugten. Ohne mich. Andere Patchwork-Bindungen zb. gleichgeschlechtlich oder was auch immer (blicke da nicht ganz durch, was es so gibt) toleriere ich genauso wie jede andere Verbindung, die familiär wirken soll.
Ich empfinde Patchworkfamilien als normal. Zumal das alte Prinzip inzwischen häufiger in Gewalt und kostenintensiver Scheidung endet. Niemals lasse ich mich schupsen oder schlagen! Leider gibt es viele Frauen, die dies aus finanzieller Abhängigkeit hinnehmen. No way.
Nachteil der Freiheit: Man muss sich behaupten, denn Männer mögen solch starkes Selbstbild gar nicht. Patchwork, Affäre, vorübergehende Lebenspartnergemeinschaft etc. warum nicht? Das kombiniert die Vorteile einer Beziehung mit Unabhängigkeit.
Ich bin auch gerne tolerant bestimmten Einschränkungen. Zum Beispiel, sollte man sich immer mal paarweise hinsetzen und aufrichtig fragen, ob der jeweils andere zufrieden ist. (Kind oder Partner) Solche einfachen Sachen bringen viel. Wenn das in der Konstellation nicht mehr möglich ist, muss wohl etwas grundsätzlich geändert werden. Die Patchworkfamilien-Idee kann diesbezüglich dann schon hilfreich sein, denke ich.
Im Großen und Ganzen sehe ich mich eigentlich als moderner und aufgeschlossener Mensch. Was jedoch Beziehungen anbelangt, so mag ich in den Augen vieler junger Menschen als altmodisch rüberkommen. Es gibt doch nur deswegen immer mehr Patchworkfamilien, weil die Paare immer schneller auseinandergehen. Darin kann ich einfach nicht das Moderne sehen. Mir tun sowohl die Partner leid, als auch vor allem die Kinder. Und wenn Kinder aus Patchworkfamilien oder keinen guten Beziehungen kommen, so setzt sich das häufig in deren künftigen Familien fort. Für mich, und ich würde sogar sagen für meine ganze Familie und auch nähere Verwandtschaft gilt noch immer das Versprechen, das man sich einmal gegeben hat: In guten, wie in schlechten Zeiten. Schlechte Zeiten nicht nur, was Krankheiten anbelangt, sie kommen immer wieder vor. So ist eben das Leben. Da kann ich persönlich, obwohl ich hier nicht unbedingt als Moralapostel gelten möchte, nur sagen: Reißt euch zusammen, und seid nicht so egoistisch. Denkt einfach mal daran: Wie geht es meinem Partner? Selbstverständlich ist es so, und wird es auch immer sein, wenn es denn überhaupt nicht mehr geht in einer Beziehung, dann ist es einfach besser auseinanderzugehen. Es ist nicht nur in Beziehungen so, dass man einmal mehr daran denken sollte, wie es dem Mitmenschen geht. Wenn man sich an das Prinzip halten würde "Was ich nicht will, das man mir tut, das füg auch keinem anderen zu. Und natürlich kommt es dann zu Patchworkfamilien, wenn der Partner auch Kinder aus seiner bisherigen Ehe/Beziehung mitbringt. Übrigens habe ich schon immer so gedacht und versucht, dsa meinen Kindern zu vermitteln. Noch ein kleiner Nachtrag: Denkt vor allem daran "Wie geht es meinen Kindern damit"? Es ist doch für Kinder einfach nur schön, wenn sie mit ihren Problemen zu ihren Eltern gehen können, einem sicheren Hafen! Kinder sind sensible Geschöpfe und denken daran: Hoffentlich geht diese Beziehung nicht wieder auseinander. Mal abgesehen von diesen Problemen, gibt es häufig auch größere Probleme, gerade wenn der Partner halbwüchsige Kinder mit in die neue Beziehung bringt. Eure Eltern haben sich sicher auch mal gestritten. Mir ist es als Kind jedenfalls so gegangen, dass mich das sehr mitgenommen hat.