Multiple Sklerose + Russisch Roulette im neurologischen Bereich

Pirip
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Frage gestellt am
11.02.2019 um 22:06

So muss ich das einfach mal nennen.
Vorab:
Ich unterstütze seit mehreren Jahren einen etwas über 40jährigen MS-Patienten (langjährig daran erkrankt) bei täglichen Verrichtungen, die diesem immer schwerer fallen. Seine betreuende Neurolgin sucht er seit ca. 10 Jahren auf. Die Praxis hat an sich einen guten Ruf. Manche MS-Patienten müssen ein bislang eingenommenes Medikament (Infusion, Spritze, Tabletten möglich) irgendwann absetzen, weil ansonsten Organe geschädigt werden können, das Blutbild sich verschlechtert, das Medikament nicht mehr wirkt bzw. man wird dagegen immun. Antikörper bilden sich. Pause bis zum neuen Medikament wird erforderlich. Und dann kommen die unweiterlich nächsten Schübe mit weiteren Nervschädigungen, Mißempfindungen samt Funktionsstörungen. Vorher lief alles ca. 6 Jahre gut. Vom Jahresmitte 2018 an bis jetzt wurden 6 Klinikaufenthalte wegen akuter Mißempfindungen erforderlich. Kortison wurde infusioniert, was aber auch nur jeweils max. 2 Wochen lang wirkte. Soweit die Historie.
Nun stehen neue Medikamente an. Jetzt das Problem: Niedergelassene Neurologen verteilen Infobroschüren über 2-5 mögliche Medikamente an ihn und sagen dem Patienten, dass er sich eines davon aussuchen soll. Kein Mediziner will sich empfehlend auf ein bestimmtes Medikament festlegen. Allesamt haben die Medikamente ziemliche Nebenwirkungen.
Fragen nun:
Wie kann es sein, dass sich kein Mediziner auf ein zu bevorzugendes Medikament festlegen will, sondern dem Patienten die Auswahl überträgt? Der ist mit einer solchen Entscheidung hoffnungslos überfordert. Wie bei "Wünsch dir was" bzw. beim "Russisch Roulette". Zumal es ihm be... geht und sich nun auch noch rapider Gewichtsverlust einstellt. Die Ärzte sind bei Nachfragen dann auch noch genervt und raten teilweise an, dass er sich einen anderen Arzt suchen möge, der ihm vielleicht besser helfen könne. Könnte das evtl. mit Regressansprüchen bzw. Haftung der Mediziner zu tun haben? Neurologische Erkrankungen sind auch rechtlich ein brisantes Thema. Und vor allem kommt der Patient nicht weiter. Er hat nur noch drei Helfer bzw. Unterstützer, ist also nur beschränkt mobil. (Die früheren "Freunde" haben sich allesamt abgewandt, als ob MS eine höchstansteckende Krankheit ist. Auch schön.)
Vielleicht hat einer hier eine Idee, bzw. kann man von einem niedergelassenen Facharzt erwarten, dass er auch ein zu bevorzugendes Medikament empfehlen muss? Kann doch irgendwo nicht sein, dass schwerkranke Patienten sich anhand von Broschüren selbst eines aussuchen sollen.
Bin demnächst ein paar Tage weg, weitere Stellungnahme von mir kann als ggf. etwas dauern.

Patientendaten

Geburtsjahr: 1976(43 Jahre)
Geschlecht: männlich
Gewicht: 63,0 kg
Größe: 179,0 cm
Eingetragen durch: Helfer / Privatperson
Bewerten:1x Positive Bewertungen
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